Archiv für den Monat: Januar 2008

>Start in die Stadtrangliste 2008

>Ich vermag nicht einen Marathon, auch wenn er nicht „voll“ gelaufen wurde in einer Woche raus zu regenerieren. Das wusste ich, doch irgendwie muss ich mir das immer wieder selbst bestätigen.

Die Woche war hart. Schmerzen im linken Unterschenkel (nicht genau lokalisierbar), mangelnde Leistungsfähigkeit und Motivation, ständig müde- also kurz gesagt, ich war fertsch. Tiefpunkt war der Donnerstag – Abbruch am Fockeberg, nachdem mich Ronald zweimal deklassierend abgehängt hatte.
Vernünftig wäre es also gewesen beim Winterlauf nicht anzutreten. Doch man hat ja schließlich auch eine Verantwortung gegenüber dem Verein und seinen Fans und ein Blick in die Starterliste ließ darauf schließen, dass eine tiefe 38er Zeit zum Altersklassensieg ausreichen sollte. Und darf man als ambitionierter, leistungsorientierter Freizeitläufer einen fast sicheren Treppchenplatz so einfach auslassen? Nein!!!
Also auf an den Auensee mit dem Ziel eine reichliche halbe Stunde die Arschbacken zusammen zu kneifen.
Nachmeldungen sollten abgeschafft werden!!!
Hätte ich nämlich vorher gewusst, dass Uwe Dorn am Start ist, wäre das eine neue wesentliche Bedingung für die Startentscheidungsfindung gewesen und auch die mentale Vorbereitung wäre anders ausgefallen. Wenn man erst eine halbe Stunde vor dem Start erfährt, dass eine tiefe 38er Zeit nun doch nicht reichen wird ist es verdammt schwer sich auf den Wettkampf neu einzustellen. Das ist unfair und sollte als Psychodoping geächtet werden. Schließlich geht es hier ja um Stadtranglistenpunkte und bei der Olympiade kann man ja schließlich auch nicht erst eine Stunde vor dem Start auftauchen.
Der Winterlauf, das sind 6 Runden um den Auensee. Jede Runde ist etwas länger als eine Meile, so dass am Ende ca. 9,8 Kilometer zusammen kommen. Beim Einlaufen konnten wir schon mal die runde inspizieren. Der Untergrund war trocken (selten bei diesem Lauf), aber auf der Gegengerade hatte man ganz schön heftigen Gegenwind.
Nach dem Start hielt ich mich erstmal ein bisschen zurück und versuchte den schmerzärmsten Laufstil zu finden. Aber irgendwie war egal welche Schrittlänge ich wählte, wie ich mit dem Fuß aufsetzte es tat immer irgendwie gleich weh.
Ronald und Dirk S., die zu diesem Zeitpunkt noch in meiner Nähe waren (ja, so langsam war ich!), fragten mich hinterher was das für Spielchen gewesen seien.
Nach einer Weile lief ich dann auf eine kleine Gruppe auf, in der sich auch Gregor und Roman befanden. Roman scheint ja ziemlich gut trainiert zu haben und will es offensichtlich- jetzt in der M40- noch mal wissen.
Dann war es irgendwie wie immer. Gregor und ich hatten uns gefunden. Ich lief vorne weg, Gregor hinterher, wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass er diesmal auch mal eine halbe Runde Windstopper gespielt hat. Am Ende habe ich dann Gregor (wieder) gesagt: wenn Du gehen kannst, geh! Und er ist gegangen, während ich weiter ins Ziel gejoggt bin.
An der Ziellinie stand Bernd und versuchte mich noch zu motivieren unter 37 Minuten zu bleiben, aber das war mir heute so was von egal.
Am Ende waren es dann 37:01, 21. Platz (so schlecht war ich lange nicht), aber Sieg in der M45 und nur darum ging’s mir ja eigentlich. Jetzt kann ich nicht mehr gehen, aber bis zum nächsten Wettkampf ist ja reichlich Zeit.
gelaufen: 10 km

>30. Team Marathon

>Gestern tat mein linkes Schienbein (und alles was da so drum rum liegt) so weh, dass es mit Ach und Krach zu einem Spaziergang gereicht hat.

Heute ist es schon so, dass ich- ohne Beeinflussung durch den Schmerz- Berlin noch einmal Revue passieren lassen kann.
Die Anmeldung fand in einer Schule statt, so einer Schule wie sie Ende der 70er Jahre als POS errichtet wurden. Alles machte von Anfang an einen eher familiären Eindruck und irgendwie war es sehr angenehm zu sehen, dass zwar der SCC (auch Veranstalter des Berlin Marathons) dahinter steht, aber  Charme der DDR-Tradition erhalten geblieben ist.
Dietmar Knies scheint sich richtig gefreut zu haben, als er uns gesehen hat. Gab es doch bei diesen Lauf traditionell gute Leipziger Ergebnisse, wobei er ja auch am noch (wahrscheinlich ewig) bestehenden Streckenrekord beteiligt war.
Es war der 30. Team-Marathon, der Jubiläums-Lauf. Ich weiß nicht, ob er schon zu DDR-Zeiten Team Marathon hieß (wohl eher nicht), aber das macht nichts. Ich melde mich lieber in einer Atmosphäre wie bei einem Stadtranglistenlauf an, als in so einem Kommerzrummel wie bei den „großen“ Marathons. Größe hat nichts mit Masse zu tun. Und (das sei schon vorweg genommen) es ist ein ganz großer Marathon. Michaela hatte das Management übernommen, so mussten wir uns bloß ums Abkleben, Umziehen und Ausscheiden kümmern.
Zum Start waren es vielleicht 500 Meter, wir konnten uns völlig problemlos, ohne Gedrängel weit vorne einreihen und dann fiel irgendwann der Startschuss. Und auch danach ging es völlig umspektakulär, ohne Geschubse und Gerammle los. Man lief eben gemeinsam!!!
Alle Wegkreuzungen waren mit Helfern besetzt, die die ganze Zeit die Läufer angefeuert haben, die Kilometer waren durch Kegel gekennzeichnet. An der Verpflegungstelle gab es warmes! (sehr, sehr angenehm) Wasser, Tee, Schleim, Äpfel, Bananen und vielleicht noch was, was ich nicht gesehen habe.
Während wir irgendwo zwischen Kilometer 3 und 4 noch durch eine riesige Pfütze mussten, war die dann auf der 2. Runde durch fleißige Helfer verschwunden.
Gut, die Strecke könnte besser sein. Aber wer will denn im Januar Bestzeit laufen?
Hinterher konnte man in der Turnhalle duschen (sehr sauber, Wasser schön warm). Und anschließend saßen wir dann gemütlich in der Kantine zusammen, wo Speisen und Getränke zu Preisen angeboten wurden die mehr als fair waren.
Um 17:00 Uhr war Zielschluss und 17:30 Uhr begann die Siegerehrung.
Zur Siegerehrung ist es wohl Tradition, dass so viele Teams wie bisher Team-Marathons stattfanden eine Torte bekommen. Auch schön, zumindest wenn man Torten mag.
Ich fand es unheimlich schön zu sehen, was raus kommt, wenn man einen Marathon mit Engagement und Liebe organisiert. Genau so und nicht anders muss es sein.
Wenn ich nicht verletzt bin, dann bin ich nächstes Jahr wieder am Start. Und dann zerre ich ein paar Leute mehr mit.
gelaufen: 9 km

>Vizeweltmeister

>Der Team Marathon in Berlin ist (wahrscheinlich) weltweit einmalig. Und damit sind das Weltmeisterschaften, wie meine Mutti konstatiert hat.

Ich hatte Angst, fürchterliche Angst. Mit Thomas und Jens laufen ist an sich schon extremer Druck. Erst Mitte Dezember habe ich wieder mit richtigem Training angefangen und dann war ich letzte Woche auch noch mittelschwer erkältet.
Und mit 5 Marathons kann man ja auch nicht von unheimlich viel Erfahrung sprechen. Aber was soll’s, wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Wir hatten uns vorgenommen so um die 3 Stunden zu laufen, das hatten sich die Teams aus Berlin (Post) und Greiz offensichtlich auch und so liefen wir gleich von Anfang an zu neunt. Mit den Greizern, den Vorjahressiegern, haben wir nett geplaudert, die hatten uns durch Indiskretion von Steven von Anfang an auf der Liste, wohingegen uns die Berliner am Anfang unentspannt vorkamen. So ging es bis Kilometer 20 oder 25, dann ließen unsere Freunde aus Greiz abreißen. Ich glaube, dass es nach 30 Kilometern war, wo sich die Berliner dann von uns absetzten. Aber, cool wie wir sind, liefen wir unser Tempo weiter und treiben die anderen mit einem Abstand von 50 bis 60 Metern vor uns her.
Die Strecke war ok, bis auf 2-3 Kilometer durch den Wald, die auf der ersten Runde schwierig waren und wo man spätestens ab der dritten Runde fast nur noch gerutscht ist. So hat mich das auch nicht sonderlich motiviert als Thomas irgendwann gesagt hat „Nur noch drei Mal Schlamm!“. Die Berliner kamen nicht weg, wir konnten unser Tempo halten, alles war gut. Den frühesten Angriff hatten wir auf nach dem letzten Mal Schlamm vereinbart. Da waren noch ungefähr 5 Kilometer zu laufen. Doch so richtig waren die Körner nicht da als wir das letzte Mal durch den Match gewatet waren und die Berliner brachen auch nicht so richtig ein. Also, nach der 8. Runde (40 km) alles beim Alten. Doch dann starteten wir den Angriff und kamen näher. Nach 41 km waren es nur noch 10 Meter. Aber leider war die Wade von Thomas schon länger nicht damit einverstanden was wir da taten und krampfte auf das Heftigste.
Ich entschloss mich kurzfristig sie zu zermürben und überholte sie locker und flockig, 2 konnten folgen, der Dritte musste abreißen lassen. Aber so richtig- wie erhofft- zusammen brachen sie nicht. Offensichtlich haben sie nicht das psychologische Grundwissen, dass man zusammen zu brechen hat, wenn man so kurz vorm Ziel überholt wird. 
Aber Thomas Wade ließ sich nicht überreden und so überließen wir den Jungs bei ihrem Heimspiel den wohlverdienten Sieg. Mit 2:59:05 gibts nichts zu meckern!
Dietmar, einer der Streckenrekordhalter mit 2:35:40, war auch da und hat uns unterwegs, genauso wie meine Eltern und Michaela angefeuert und motiviert.
Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, wenn nichts passiert, nächstes Jahr gerne wieder.
gelaufen: 42,195 km

>Schnupfen, Husten, Heiterkeit

>Am Sonnabend hatte es angefangen, ein ganz leichter Schmerz im Hals. Am Sonntag war es dann schon nur noch ein leichter Schmerz und am Montag war’s dann nicht mehr zu leugnen: ich habe mich erkältet.

Manchmal gelingt es ja, dass man sich Erkältungen raus läuft. Manchmal ist es aber auch so, dass man sich in so eine Erkältung erst so richtig rein läuft. Und das habe ich diesmal gemacht. Gestern war ich mir sicher, dass ich das nicht überlebe. Heute was ich aber schon ziemlich sicher, dass ich an dieser Erkältung nicht sterben werde.
Ruhe ist eben doch eine der besten Medizinen.
Deshalb werde ich jetzt mal eine Ruhepause bis Montag einlegen und dann sehen wir weiter.
Ich weiß, dass mich das nicht wirklich zurückwerfen wird und sehe es völlig gelassen. Schließlich wird man ja letztlich in der Regeneration schneller.