Archiv für den Monat: Februar 2008

>Das Geheimnis der Geschwindigkeit

>Gestern war der (relativ) lange Lauf 10 Sekunden pro Kilometer nicht so langsam wie der der letzten Woche. Ich sage bewusst nicht schneller, weil ja sonst der vorwöchige Lauf schnell gewesen sein müsste, denn schneller setzt schnell voraus. Und von schnell (nach meinen Maßstäben) bin ich noch sekundenweit entfernt. Gestern war’s immer noch grottenlahm nicht mehr so grottenlahm wie letzte Woche. Unter grottenlahm verstehe ich- um die Frage von Martin zu beantworten- jeden Lauf der ab einer Geschwindigkeit von 5 Minuten pro Kilometer gelaufen wird. Und gestern waren’s im Schnitt 5:08.

Ich habe das Ganze jetzt mal ausgiebig untersucht und durchdekliniert und bin zu folgender Erkenntnis gekommen:
Die Geschwindigkeit beim Laufen hängt von der Schrittfrequenz und der Schrittlänge ab und von sonst nichts! Mann muss also bloß einen oder beide Faktoren erhöhen, ohne dass der andere geringer wird und man läuft schneller.
Das werde ich jetzt einfach mal exemplifizieren.
Da passt es ganz gut, dass in der nächsten Woche die Wettkampfsaison startet. Es geht am 02. März mit dem Mazdalauf in Eilenburg los. Da weiß ich noch nicht, ob ich teilnehmen werden kann. Das hängt von der zu erwartenden Schrittfrequenz und Schrittlänge bis dahin ab, die- das habe ich schon feststellen können- durch humpeln beide gleichermaßen negativ beeinflusst werden. Dann kommen an den folgenden Wochenenden Messepokal- und Frühlingslauf. Also reichlich gute Gelegenheiten mal mit Schrittfrequenz und -länge zu experimentieren.
gelaufen: 15 km

>Scheinerfolge

>Heute bin ich- wenn auch grottenlahm- 33 Kilometer gelaufen. Für mich, bei meiner gegenwärtigen Verfassung,  ist das ein Erfolg. Klar waren die Schmerzen so, dass sie nicht ignoriert werden konnten. Aber Training verdient ja erst als solches bezeichnet zu werden, wenn es keinen Spaß macht!

Der persönliche Erfolg ist eben etwas ganz relatives.
Für einen ist es viele Scheine in der Brieftasche zu haben (Scheinerfolge eben), für den anderen ist es der Erfolg bei Frauen, für den nächsten die Platzierung beim Stadtranglistenlauf oder die persönliche Bestzeit, für andere der auffällig gut gepflegte Kleingarten usw.
Wenn man von erfolgreich spricht meint man allgemein die berufliche Karriere. Ein Sprachgebrauch, der die Perversion der Werteorientierung durch ihre Ökonomisierung in der heutigen Zeit entlarvt.
In einer Welt in der Leute wie Mehdorn, Fischer, Ackerman, Bohlen etc. als erfolgreich gelten möchte ich sehr gerne ein Totalversager sein.
So schaffe ich mir eben meine eigene kleine Erfolgswelt und dafür trainiere ich.
Wenn das mal nicht total bescheuert ist!?
gelaufen: 33 km

>Demütigungen

>Das double aus Team Marathon und Winterlauf hat mir mein linker Unterschenkel irgendwie so richtig übel genommen. So ein gediegenes Schienbeinkantensyndrom war (wie eigentlich immer) auf alle Fälle dabei, aber diesmal war auch noch das Sprunggelenk und die hintere Wadenmuskulatur (der ganze Zwilling) beteiligt. Also das übliche versucht, kühlen, Voltaren, Vipratox, Akupressur und eine ganze Reihe von Sachen die nicht nur gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen. Kortisonspritzen habe ich weg gelassen, schließlich will ich ja nicht, dass die Sehne reißt.

Zwischendurch bin ich mal immer wieder ein bisschen gelaufen- mal langsamer, mal ganz langsam. Aber immerhin!
Von Nordic Walkern gegrüßt zu werden ist ja an sich schon Demütigung genug. Allerdings, als Dirk vorige Woche mich noch nach Haus begleitet hat, weil der Lauf mit mir keine Belastung für ihn war, da kamen schon Suizidgedanken auf.
Diese Woche war Urlaub und erstmal bin ich nur gewandert. Donnerstag, Freitag und Sonnabend jeweils ca. 6 km gejoggt, um dann heute wieder mit Dirk zu laufen, Ronald kam auf’m Rad mit. Schwer war’s, wesentlich schwerer als der Marathon vor gerade einmal 3 Wochen, dabei war ich diesmal mehr als 1 Minute pro Kilometer langsamer. Dafür waren wir aber ca. 20 Sekunden schneller als letzte Woche. Es ist eben alles relativ.
Nächste Woche kann’s dann so langsam wieder mit richtigem Training los gehen.
gelaufen: 28 km