Archiv für den Monat: Mai 2008

>Einbrecher

>Es sind viele eingebrochen- heute. Doch der Reihe nach:

Der Silberseelauf. Inzwischen 4 Runden die zusammen ziemlich genau 20 km ergeben. Ein paar kleine (ab Runde 3 heftige) Anstiege, eine 1 km lange Buckelpiste, doch ansonsten eine schöne Strecke. Der Wind täuschte über die wirkliche Wärme hinweg und von den Gesamtsiegabonnenten war keiner am Start. Ich hatte- laut Plan- vor nicht schneller als 3:43/km zu laufen und mich mit André und Ronny auf einen 3:45er Schnitt geeinigt.
Und dann ging das ganze los. Seit vorigem starten die 10 und 20 km Läufer zusammen und die jungen Burschen suchen dann immer ihr Heil in der Flucht. Wir abgebrühten Hasen gehen da vernünftige an und dementsprechend waren wir nach dem ersten Kilometer in der 2. Gruppe. Eine gute Gruppe mit André, Karsten, Jens-Olaf, Olaf, Ronny und mir. Bis auf Jens-Olaf wechselten wir uns in der Führung ab und sammelten einen nach dem anderen aus der 1. Grupe ein um ihn dann gleich hinter uns zu lassen. Den letzten hatten wir dann auf dem 9. Kilometer er blieb halbwegs an uns dran und war dann Gesamtsieger über 10 Kilometer.
Auch unsere Gruppe reduzierte sich nun mehr und mehr und auf der dritten Runde waren nur noch Olaf, Ronny und ich vorn. Wäre jetzt Quatsch zu sagen, dass ich nicht gewinnen wollte. So eine Gelegenheit kommt so schnell bestimmt nicht wieder, aber wenn ich siegen wollte musste ich das vor dem letzten Kilometer klar machen. Vielleicht so bei Kilometer 17?! Also hielt ich mich auf dem 17. Kilometer- dem Gegenwindstück zurück und dann kam ja der kleine Aufstieg und da zog Olaf- nur etwas- an. Ronny ging mit und ich hatte jetzt eine Lücke von 3 bis 4 Metern zu schließen. also Arschbacken zusammen gekniffen und- dann ging überhaupt nichts mehr.
Seitenstiche, keine Luft, nur die Beine waren noch völlig locker. Und so wurde der Kilometer 8 zur Quälerei. Allerdings Quälerei- nicht um alles klar zu machen, sondern um nicht völlig klar gemacht zu werden. Kilometer 19 war dann wenigstens schon wieder so wie ein typischer Kilometer 39 auf einem Marathon und der letzte Kilometer ging auch irgendwie. Nur, dass mich Marc dann auch noch abgefettet hat und ich 4. wurde.
Fazit:
Platzierung ok, Zeit ok, Ak-Sieg, Trainingseffekt super und trotzdem nicht zufrieden

>Berlin, Berlin, wir rennen in Berlin

>Morgen geht der count down los: Noch 18 Wochen bis zum Berlin Marathon.

Eigentlich muss ich einfach bloß normal trainieren, aufpassen, dass ich mich nicht verletze und schon wäre eine neue ganz persönliche Marathonbestzeit ziemlich sicher.
Aber ich will mehr! Ich will laufen, ich will schneller werden, immer schneller und weiter laufen und schneller werden.
Also habe ich mir einen Plan überlegt, der mich härter trainieren lässt als ich jemals trainiert habe. Je härter der Marathon erarbeitet wurde um so höher werden die Endorphinausschüttungen beim Zieleinlauf. Und ich will Endorphine, ich bin ein Endorphinjunkie! Also muss ich härter trainieren, immer härter, auch wenn es mich kaputt machen sollte, dafür habe ich einen Plan, der morgen startet.
gelaufen: 19 km

>neue Werte braucht die Uhr

>Gestern ein Lauf mit Matthi und Ronald, zeitweise mit Chrische. Schön gelaufen, nett geplaudert und nach ca. 15 km hat sich Ronald verabschiedet, Matthi und ich mussten keine Rücksicht mehr nehmen. Bei der Trennung von Ronald stand der Gesamtschnitt bei 4:25, 4 km später- am Punkt der Trennung von Matthi bei 4:19.

Heute bin ich nun die gleiche Strecke ganz alleine gelaufen. Nach 10 km stand der Schnitt bei 4:15, nach 20 km bei 4:12. Nur war ich heute am Ende wesentlich frischer als gestern.
Was mal wieder zeigt, dass der Durchschnitt nun so gar nichts aussagt. Man bräuchte eine Uhr mit subjektiver Gesamtbelastungsanzeige. Sämtliche- mir bekannte- Mittelwertberechnungsmethoden scheinen dafür ungeeignet sein. Man bräuchte zumindest noch eine Betrachtung der Belastungsstärke auf der Zeitachse. Wird die Belastung mit der Zeit höher steigt der Belastungsfaktor exponentiell  (ich tendiere dazu hier vom Keniafaktor zu sprechen).
Dann könnte man z.B. sagen:
Ich bin heute 20 Kilometer im 4:19er Schnitt gelaufen. Aber der Keniafaktor lag bei 26, mein lieber Freund!
Ich hoffe, dass es bald Uhren mit Keniafaktoranzeige gibt, so dass man dann nicht nur den Schnitt nach unten, sondern auch noch den Keniafaktor nach oben treiben kann, wenn man im Training nicht ausgelastet ist.
gelaufen: 20 km

>Talkin‘ ‚bout my (re)generation

>Udo Lindenberg ist und bleibt einer der größten deutschen Lyriker:

Alte Männer sind gefährlich, denn die Zukunft ist egal 
Alte Frauen sind begehrlich, denn es ist das letzte Mal
Das Lied heißt „Der Greis ist heiß“ und unterlegt ist das Ganze mit Riffs aus Hot Love von T-Rex.
Für greisende Marathonläufer ist es ja nun so, dass es jedesmal das letzte Mal gewesen sein könnte und dass die Zukunft sowieso egal ist. Die Generation „dazwischen“. Weiß Gott nicht mehr jung, aber auch noch nicht so richtig alt. Man weiß, dass es nicht mehr besser wird, gesteht es sich aber noch nicht so richtig ein. Man fühlt sich einfach jünger als der Körper ist. Die Zeiten wo man hätte „Die Zeiten“ laufen können hat man hinter sich. Viele von uns haben diese Zeiten nicht genutzt um die persönlich bestmögliche Marathonzeit aufzustellen, sondern lieber Sexualpartner gesucht,  Familien gegründet, berufliche Wege geebnet, Muskeln ab- und Fett aufgebaut und Leute, die jeden Tag mindestens eine Stunde rennen für ziemlich bescheuert gehalten.
Und jetzt kann man nur noch das schaffen, was der morbide Körper her gibt. Der Geist ist jetzt mehr als willig, aber das Fleisch ist schlaff.
Die 2:20 werde ich nicht mehr knacken, die 2:30 wahrscheinlich nicht, aber die 2:40 ist gut möglich. Und ich habe nicht mehr viel Zeit. Und ich bin ja schon sooo alt und regeneriere langsamer und der Berlin Marathon ist ja schon bald. Und, und, und!
Soweit die Theorie. Der Leipzig Marathon ist jetzt 3 Wochen her und ich denke schon, dass ich wieder hergestellt bin. Zumindest war der Lauf heute locker und schön. Regeneratin eben, kein Training. Es hätte ruhig noch mehr und schneller sein können, aber bis Berlin ist ja noch viel Zeit.
gelaufen: 28 km 

>Winterbetrieb

>Ich halte ja nicht viel von Peter Greif. Er hat Trainingspläne, die theoretisch wenig fundiert sind, macht groß auf Guru und nutzt das alles aus um sein Produktportfolio an die Läuferin oder den Läufer zu bringen. Ich halte das für bedenklich.

In letzter Zeit hat er sich auch noch mit Strunz zusammengetan. Das passt!
Doch manchmal bereitet er mir so richtig Freude. So kam heute sein Newsletter, in dem er über Winter- und Sommerschweiß schreibt.
Da habe ich gleich mal den Schalter bei mir gesucht, wo ich von Winterbetrieb auf Sommerbetrieb umschalten kann. Der einzige Schalter, den ich gefunden habe, scheint anderer Bestimmung zu sein. Also habe ich einfach mal mit mentaler Stärke beschlossen  Frühjahrsschweiß auszuscheiden. Ein guter Kompromiss finde ich. Was dann an mir runter rann roch nicht so direkt nach Flieder, eher nach Aronstab, was ja dann auch wieder irgendwie zu mir passt. 
gelaufen: 12 km