Archiv für den Tag: 22. Juni 2008

>Jens macht den Täve

>Der Sonnenwendlauf findet eigentlich auf einer schönen Strecke statt. Gut, ein paar spitze Kurven sind dabei, aber insgesamt läuft man schon schön durch den Wald auf meist festem Untergrund. Es sind drei Runden zu absolvieren, dabei geht es jedesmal durch’s Stadion, also haben auch die Zuschauer was davon, ohne sich bewegen zu müssen.

Wenn da nur nicht dieser Scherbelberg wäre, der bei 3 Runden eben dreimal hoch und wieder runter gelaufen werden muss.
Ich wollte diesmal das Rennen nicht so schnell wie am Glockenturm angehen und fasste einen 3:40er Schnitt (im Flachen) ins Auge. André und Ronny waren am Start, also konnte man wieder eine Gruppe bilden. Nach dem Schuss waren gleich- wie zu erwarten- Detlef und Steven vorn, allerdings- wie nicht erwartet- ohne Jens. Der lief neben André und ich dachte mir „Was soll’s?!“ und schloss auf. Zwischen den beiden an der Spitze und uns waren noch ein paar Läufer und unsere Gruppe war auch relativ groß. irgendwas stimmte da nicht. Aber der Kilometerschnitt passte, Ronny und Jörg waren mit dabei, zu langsam konnte ich keinesfalls sein. Nach ca. 4 Kilometern stimmte die kleine Leipziger Läuferwelt dann weitgehend wieder. Vorne Detlef und Steven, dann André, Ronny, Jörg, ich und Jens(?). Hatte er diesmal wirklich so überhaupt keine Lust, will er tatsächlich morgen noch in Störmthal starten, oder läuft er wieder mal ein Rennen bei dem er erst auf den letzten 5 Kilometer anzieht und macht er sich darüber genauso viele Gedanken wie ich? Fragen über Fragen, aber es war nicht der rechte Moment das zu erörtern.
Am Berg versuchte keiner Druck zu machen, was sehr, sehr angenehem war. So bog unsere 5er Gruppe das erste Mal ins Stadion ein. Zum Erschrecken wurde als Getränk warmer Tee ausgeschenkt, so wurde aus der heiß ersehnten Abkühlung nichts. Und weiter ging es, stabiles Tempo, stabile Gruppenzusammensetzung, Jens und André vorn. Jörg hatte zwischendurch ein bisschen abreißen lassen, konnte sich aber wieder ran kämpfen.
Nach ungefähr 7 Kilometern habe ich dann André gesagt, dass er mal aus dem Wind raus soll und habe mich neben Jens gesetzt (was heißt, dass ich dann Schulter an Schulter mit ihm gelaufen bin und nicht, dass wir uns hingesetzt haben). 
Dann wieder der Berg, wieder kein Druck, das Stadion und diesmal gab es kühles Wasser, welch eine Wohltat.
Wieder eingereiht mussten wir feststellen, dass André abreißen lassen hat. Er kann eben einfach nur von vorne laufen.
Nun hatten wir folgende taktische Konstellation:
1. Platz – Detlef Beier LCA
2. Platz – Steven Michel LG eXa
7. Platz – André Stöß LG eXa
und um den dritten, vierten, fünften und sechsten Platz kämpften:
– Ronny Griesmann TSG Markkleeberg
– Jörg Hoyer SG Olympia
– Jens Gersonde LG eXa
– Carsten Paul LG eXa
Ganz klarer Favorit war Jens.
Als ich bei Kilometer 11 mal kurz Druck machte sagte Jens: „Das ist noch zu früh!“ Ich fragte, ob er nicht noch nach vorne laufen wolle, was er vehement verneinte.
Mein nächster Antritt erfolgte dann zwischen Kilometer 12 und 13, Jens ließ mich ziehen und blockte damit die anderen beiden ab. ich war mir ganz sicher, dass Jens die Gruppe nicht an mich ran ziehen und kein Tempo machen würde.
Es war wie damals 1960 bei der Rad WM mit Eckstein und Schur.
Der Berg tat diesmal richtig weh, ich keuchte als hätte man mich spontan von der eisernen Lunge abgeklemmt, hatte aber (der Vorteil vom Berg ist, dass man sich da wieder entgegenkommt) einen Vorsprung der reichen könnte.
So war es dann auch. Ich lief als dritter, Jens als vierter ein .
Wahrscheinlich werde ich ihn jetzt Täve nennen müssen.