Archiv für den Tag: 5. August 2008

>Wenn einer eine Reise tut

>Wenn einer eine Reise tut, dann sollte er sich vorher über die Trainingsbedingungen am Zielort informieren. Einfach zu denken, egal wo ich bin- auf der Welt- ich kann meinen Plan durchziehen ist so was von naiv!

Also bin ich vor 14 Tagen nach Madeira aufgebrochen völlig sicher, dass ich meinen Plan durchziehen kann. Gut ich wusste, dass es hüglig ist, aber da läuft man eben ein bisschen langsamer- was soll’s?!
Am ersten Tag verabschiedete ich mich mit dem Satz: „Ich renne mal und bringe gleich Brötchen mit!“. Locker fluffig, leicht rannte ich von unserem Ferienhaus bergab in das nächst größere Dorf, eine der größten Städte Madeiras- Calheta. Dort gab es dann auch eine Supermarkt, aber der hatte noch nicht auf. Also lief ich noch eine Runde bis es um 09:00 Uhr war, holte leckere Brötchen, Butter, Honig und Saft und machte mich auf den Rückweg, der ja nur 4,3 km lang war.
Hätte ich in dem Moment gewusst, dass ich da genau 405 m nach oben vor mir hatte, wäre ich wohl auch noch nicht geschockt gewesen. Ich bin Flachlandläufer, Höhenmeter kenn ich nur vom Hören-Sagen her und hielt sie immer für Läuferlatein.
Wenn ich mal gerechnet hätte, dass 400 m auf 4 km ziemlich genau 10% ausmachen, hätte ich mich an die Berichterstattung der Tour erinnern können, aber warum hätte ich rechnen sollen?!
Ich weiß jetzt was Höhenmeter sind!!! Am nächsten Tag fand ich einen Supermarkt der nur 285 Meter tiefer lag und nur 3,9 km entfernt lag. So beschloss ich dann mein Training auf das tägliche Brötchen holen im 5er Schnitt zu beschränken. Schließlich mussten ja auch noch reichliche Höhenmeter wandernd bewältigt werden. Rausgekommen sind damit 2x ca. 50 Wochenkilometer.
Jetzt sitze ich auf dem Flughafen Funchal, habe mich hier in das WLAN eingehackt (die Dinger sind aber auch unsicher) und sehe mit Schaudern dem morgigen Auewald-Mannschaftslauf entgegen.