Archiv für den Tag: 23. Oktober 2008

>Frank fort mein hätten

>Marathonläufer von herabstürzenden Banker erschlagen!

Diese Schlagzeile wird es wohl so bald nicht geben. Denn es gab 1929 noch keine Stadtmarathons der heutigen Größe und 2009 gibt es keine Banker mehr die aus Existenzangst (brauchen sie nicht haben) oder Scham (dürfen sie nicht haben) den Freitod wählen.
Dafür gibt es dieses Jahr beim Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon, dem letzten- zumindest mit diesem Namen, eine Businesskasper Wertung. Sehr gut, denn auch der Businesskasper könnte eine bedrohte Art sein.
Der moderne, wirklich gefährliche Terrorist ist der, der sein Geld dem Geldkreislauf entzieht und damit den Wirtschaftskreislauf schwächt. Ist es nicht Staatsdoktrin gerade jetzt, in diesen schweren Zeiten, sein Geld auf der Bank zu lassen? Und wer gegen Staatsdoktrin verstößt ist nun mal ein Staatsfeind.
Doch die Leute haben sich seit 1929 entwickelt. Sie sind manipulierbarer und korrumpierbarer geworden. Die Finanzkrise ist plötzlich nicht mehr so schlimm, wenn mir der Staat verspricht, dass meine Spareinlagen sicher sind. Das Gesundheitssystem, die Renten, die Bildung alles nicht mehr finanzierbar, aber die Spareinlagen sind sicher. Zur Not müsste eben die Staatsverschuldung erhöht werden…
Und nun mal 1 und 1 zusammen gezählt und gefragt bei wem die Bundesrepublik Deutschland diesen Kredit aufnehmen soll? Es müsste ja irgendwo sein wo die Finanzkrise nicht hinreicht. Kuba, Nordkorea?
Also ist doch Fakt, dass wenn die Sparer anfangen in Größenordnungen ihr Geld abzuheben fällt das ganze Kartenhaus in sich zusammen und Geld verkommt wieder zu dem wofür es eigentlich erfunden wurde. Produzieren und nicht jonglieren und illusionieren werden wieder die in der Gesellschaft höchst honorierten Tätigkeiten.
Ich kann daran nicht schlechtes finden.
Am Sonntag werde ich erst einmal den Todeshauch der Bankenmetropole suchen und hoffentlich auch finden.  Vielleicht sehe ich auch schon ein paar leere Büroräume und vielleicht muss ich nicht an meine Grenzen gehen.
Irgendwie freue ich mich nun doch auf den Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon.