>Systemkritik

>Jetzt- in Zeiten des Wintersports- gibt es neue Versagensausreden:

„Der Sportler mit all seiner Ausrüstung, seiner Trainingsmethodik, seinen Lebensumständen ist ein hoch sensibles System und wenn da irgendwas nicht stimmt können eben keine Topleistungen rauskommen!“
Tja, so ist das eben.
Zur Zeit versuche ich mich- als hoch sensibles System, das schon in die Jahre gekommen ist- überhaupt wieder ans Laufen zu bringen. Im Moment ist das mehr so ein Stottern. Ja, ja ich weiß, mancher würde gerne so rund laufen wie ich stottere, aber das ist nun wirklich nicht mein Problem.
Mein Problem ist vielmehr, dass mir mein arthritisches Knie weh tut. Und das nicht nur beim Rennen und Treppen Steigen, sondern immer und überall, auch dann wenn ich eigentlich schlafen will. Gut daran ist die Selbsterkenntnis, dass ich nicht dazu neige Mittel gegen Schmerzen zu nehmen, wenn nicht eindeutig eine Entzündung vorliegt.
Und da man ja einen Bildungsauftrag hat:
Eine Entzündung im Knie ist ganze einfach zu diagnostizieren. Ein entzündetes Knie ist wärmer als ein nicht entzündetes. Man braucht also bloß ein nicht entzündetes Knie und einen Temperaturvergleich.
Mein Knie ist nicht entzündet, es ist nicht mal dick, tut einfach nur weh. Jeder Arthroseanfänger würde jetzt mit Sicherheit Fehler machen. Die größten Fehler sind Laufpause und Arztbesuch. Ich kenne keinen- und ich kenne da einige- die durch eine der beiden Maßnahmen ihre Beschwerden auch nur ansatzweise reduzieren konnten- im Gegenteil. Man muss einfach nur die Zähne zusammenbeißen, kühlen und durchrennen. Das vergeht wieder!
Und wenn die Schmerzen nicht mehr so stark sind, dass man schreien möchte kann man dann langsam daran arbeiten das System in den Griff zu bekommen.
Doch Systeme haben ihre eigenen Gesetze und wenn man drin steckt kann man diese nicht erkennen und von außen in das System einzugreifen geht auch schief, weil man das System nicht verstehen kann, weil man nicht drin steckt. Eines der vielen Dilemmata.
Vielleicht ist es dann doch das beste das System System sein zu lassen und einfach sein Ding zu machen und alles laufen zu lassen.
Denn, wenn’s läuft, dann läuft’s.

3 Gedanken zu „>Systemkritik

  1. chocoholics sind MARCEL & MARTIN

    >Da du ja alles Andere zu haben scheinst, kann man dir für das neue Jahr nur noch mehr Gesundheit wünschen.
    Komm‘ schmerzfrei rein! Martin

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  2. Helmut

    >Hallo Carsten, wo bleibt Dein Jahresrückblick? Ich bin darauf gespannt, wie Du das zurückliegende Jahr einschätzt. Deine Wortspiele und ernsthaften Überlegungen zu Gott und die Welt regen zum Nachdenken an. Ich will Dich ausdrücklich dazu ermuntern, Deine Schreibereien zu intensivieren. Wir Leser sollten uns allerdings bemühen, mit Dir in einen Gedankenaustausch zu treten und nicht nur zu konsumieren. Vielen Dank! Helmut
    P.S.:Ein wirklich erfahrener Sportarzt könnte vielleicht tatsächlich mehr von Gelenken verstehen!

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  3. Carsten Paul

    >Jeder Sportarzt, jeder Orthopäde, jeder Physiotherapeut und eine Menge anderer Leute verstehen viel mehr von Gelenken als ich.
    Aber eines der Probleme des Systems ist, dass alle im System gefangen sind und ich nicht vorher weiß ob der Therapeut mein oder sein Bestes will. Mein Bruder- im übrigen (soweit ich das beurteilen kann) ein exzellenter Arzt- hat mir mal gesagt, dass er keinen Bereich kennt in dem so viel gelogen wird wie in der medizinischen Fachliteratur.
    Ich habe einen Zahnarzt, der mich ausschließlich zu meinem Wohl behandelt. Einen solchen Sportarzt kenne ich leider nicht.

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