Archiv für den Monat: Mai 2009

>Silberseelauf 2009

>Gegen die Organisation des Laufs gibt es nichts zu sagen. Problemloser Ablauf mit zügiger Siegerehrung ohne lange Wartezeiten.

Die Gegend ist auch sehr schön und gehört zu meinen bevorzugten Laufrevieren.
Mittwochs 18:00 Uhr lässt sich auch sehr gut in den Trainingsplan integrieren, ohne große Umstellungen vornehmen zu müsse.
Aber irgendwie kann ich mich trotzdem nicht in den Silberseelauf verlieben.
Ich brauche Regelmäßigkeit! Gleichförmig will ich einen Fuss vor den anderen setzen. Geht es mal leicht bergauf, gut, dann muss eben etwas mehr Kraft aufgewendet werden um die Gleichförmigkeit zu erhalten, geht es bergab wird leicht gebremst.
Aber beim Silberseelauf gibt es so einen Kleingartenhighway. Eigentlich nicht gebaut, dass da die Kleingärtner mit ihrem Auto so weit an ihr kleinbürgerliches Rückzugsgebiet heranfahren können, dass die Kalorienverbrennung durch den Transport des Grillguts vernachlässigbar ist, wird der Weg nur benutzt und nicht gepflegt. Schlagloch auf Schlagloch hat sich tief in den grauen Sand eingegraben und war durch den Regen der Vortage (wie eigentlich fast jedesmal) gut gefüllt.
So musste bei den 4 Runden auf jeweils ca. einem Viertel vom harmonischen Prestissimo (zumindest gefühlt) auf einem Free Jazz gleichen Wechsel umgeschaltet werden, wobei die Erholungsphase nach der Passage jedesmal ausgedehnt werden musste.
Nach dem Start und den üblichen 2 Kilometern mit den Optimisten, die erst wieder nach hinten durchgereicht werden mussten, waren vorne 3 und wir eine Gruppe von 6. Mit Ronny, Olaf und Karsten  hatte ich ja schon letztes Jahr das gemeinschaftliche Vergnügen. Dazu hatten sich dann noch Pierre und Alexander gesellt. Karsten fiel dann irgendwann ab, auch das war nicht neu, Alexander musste schon zu früh zu tief atmen als und bei Pierre war ich mir sicher, dass er ja sowieso wieder zurück fällt und von Jonny gekascht wird.
Mit Beginn der 4. Runde zogen Olaf und Ronny an, Pierre musste ein Lücke zu lassen und ich konnte auch nicht an Pierre dran bleiben. Respekt! Da hatte er offensichtlich im Urlaub einiges trainiert. Hinter mir war nichts mehr zu hören. Also, durchlaufen und versuchen den geplanten 3:40er Schnitt zu halten.
An der Huckelpiste war dann wieder die Luft knapp und klar, dass in Richtung Pierre nichts mehr geht. Dieses Jahr habe ich zwar noch Luft bekommen, doch so richtig gereicht hat sie nicht.
Aber einer der Führenden (habe nicht mitbekommen wer das war) war auf Sichtweite und von Olaf und Ronny schon geschluckt. Pierre sollte ihn auch gleich haben und ich würde ihn wohl auch noch kriegen. Ca. 1 Kilometer vor dem Ziel ging er dann raus, wollte sich wohl nicht der Schande hingeben hinter mir ins Ziel zu kommen- verstehe ich.
Bei einem kuren Blick nach hinten sah ich auf einmal Dirk. So ungefähr 850m vorm Ziel zog er dann ganz locker an mir vorbei. Ganz saubere Leistung.
Im Ziel war ich dann bei 1:13:28 als 6. Das sind ziemlich exakt die 3:40 die ich mir vorgenommen habe nur war’s wieder viel zu schwer erkämpft.

>Da ist was im Anzug

>Gestern hatte ich wieder mal einen Termin in Köln.
Nun ist ja Fliegen an sich schon eine ökologische Sauerei, aber Inlandsflüge gehen eigentlich so gar nicht. Gut, man könnte darüber diskutieren, ob Leipzig und Köln wirklich im selben Land liegen, aber das wäre Haarspalterei.
Aber in einem Staat wo es nicht um Erhalt von Leben, sondern um Profitmaximierung geht, kommt man eben auf die Idee ökologische Transportmittel ausschließlich nach rein ökonomischen Gesichtspunkte zu betrachten.
So dauert eine Fahrt von Leipzig nach Köln mit dem Zug nicht nur ewig lange, sie ist auch noch teurer als ein Flug. Tut mir leid, aber ich verstehe das wirklich nicht. Ich musste gestern aus Zeitgründen fliegen und hätte zu Recht mindestens das Fünffache einer Fahrt mit dem Zug zahlen müssen, habe ich aber nicht, genauso wie die ganzen anderen Leute die im Flieger saßen.
Interessant ist so ein Flug aber schon immer wieder.
Da sieht man sie die Wichtigtuer. Noch beim Einsteigen telefonieren, sofort nach der Landung wieder telefonieren, wenn man nicht allein ist ganz laut ganz wichtige Sachen sagen und schön dressed for business.
Gestern habe ich dann mal überlegt, warum diese Typen eigentlich immer mit Schlips rum laufen müssen. Uniformierung ist ja immer eine Abgrenzung. Die Robe am Gericht soll die Verbrecher von den normalen Menschen unterscheiden helfen, die Polizeiuniform soll das Recht auf Gewalt(en)ausübung demonstrieren und der Schlips?
Erst einmal sagt so ein Schlipsträger ja aus: ich schaffe nichts. Der Schlipsträger nimmt höchstens von anderen Geschaffenes, bläht es künstlich auf, baut ein paar Blasen drum rum und versucht es dann so teuer wie möglich zu verkaufen. Dabei bildet er sich ständig ein Mehrwert zu schaffen. Schafft er aber nicht, er schafft maximal Geld, also virtuellen Gegenwert, also nichts was wirklich gebraucht werden würde.
Und als ich das so vor mich hin dachte, da taten sie mir sogar ein bisschen leid, die mit den Schlipsen.

Edit (rs‘ Kommentar aufnehmend)