>Flieger grüß mir die Sonne

>Irgendwie ist da eine Zerrung in der linken Wade der Adduktor darüber ist auch nicht so fit, dann wollten Dirk und Jens ja die Mittel-Staffel in Moritzburg absolvieren.

Silke ist ja immer für bescheuerte Ideen zu haben und so trafen wir uns heute 7:00 Uhr um die 112 Kilometer nach Moritzburg (Silke hatte da schon 15 weg) unter die Räder zu nehmen.
Rückenwind – geil!!!
So fuhren wir auf weitgehend leeren Straßen. Das Wetter war perfekt, es rollte super.
Dann (irgendwo in Nerchau) trat ich ins leere. Kettenriss!
Natürlich keine Nieten mit und wo bekommt man Sonnabend früh in Nerchau eine Kette her. Jens angerufen, der hat André angerufen und der hat… In Moritzburg gibt’s einen Radladen und Andi Clauß hat ja ach immer ein Ersatzteillager im Auto.
Dann noch mal die Kette inspiziert und gesehen, dass der Niet noch da war, also geflickt.
Dann ging es weiter und es lief gut. Immer schön ohne Druck gefahren, Schaltvorgänge hinten weitgehend vermieden, Schaltvorgänge vorn mache ich sowieso nie.
Und nun war auch die Zeit knapp. Noch 2 Stunden für noch ca. 65 Kilometer um pünktlich zum Start da zu sein. Aber wir hatten ja Rückenwind.
Es war noch ein Kilometer bis Mügeln und es war ein Bahnübergang.
Zunächst wurde ich auf dem Bahnübergang- samt Rad- kräftig durchgeschüttelt, dann blockierte das Hinterrad. Nun hatte ich ja bei der Bahn WM gesehen wie man solche Situationen meistern kann. Wenn man es kann. Konnte ich aber- trotz besten Bemühens- nicht und stieg ab. Dabei wählte ich nicht die übliche seitliche Methode sondern versuchte es mal in dem ich Postion von Füßen und Kopf vertauschte und die Schulter zum Aufsatzpunkt wählte während ich den Aufprall mit meinem Brustkorb dämpfte. Vor 25 Jahren konnte ich noch richtig abrollen. Ich musste für die Uni zu Judo Wettkämpfen, weil ich damals schon einen BMI von unter 20 hatte und da hat man mich super schnell zum 2. Kyu gebracht und für die Prüfungen musste man fallen können. Ein bisschen was ist da hängen geblieben, oder es war der natürliche Urschutz, jedenfalls bin ich abgerollt und bis auf die Tatsache, dass ich keine Luft mehr bekam, schien nicht viel passiert zu sein.
Die Luft war nach 5 Minuten auch wieder da und den 1 Kilometer bis Mügeln, wo mich dann Jens- den ich inzwischen wieder angerufen hatte- aufgabeln würde, wollte mich Silke nich begleiten. Doch dann war die Kette wieder offen und ich ließ Silke ziehen. Rollend und schiebend kam ich dann bis Mügeln, Jens und Michaela den Standort durchgegeben und gewartet. Kurze Zeit später waren sie dann da, Rad ins Auto geschmissen und gemeinsam nach Moritzburg.
Dirk hatte schon alles vorbereitet und Jens und er konnten sich noch kurz absprechen.
Dann gings zum Start. Moritzburg, das heißt schwimmen im Karpfenteich. Da standen Dirk nun 1,9 trübe Kilometer bevor. Silke war inzwischen auch eingetroffen und wir konnten nun in aller Ruhe das Schwimmen beobachten. Die ersten waren verdammt schnell, schwammen aber völlig falsch, zumindest nach dem was Holger- unser Trainier- immer erklärt. Michaela und Jens waren sich sicher, dass wir Dirk im Einerlei der Neos und Kappen nicht erkennen würden, Silke und ich waren aber völlig entspannt und sicher, dass wir ihn am Stil erkennen würden. Nachdem sich das erste Drittel der führenden Schwimmer langsam dem Ende näherte kamen mir dann doch Zweifel, aber da war er dann. Unverkennbar der Stil der Holgerschen Schule, aber wenn Holger gesehen hätte wie Dirk geatmet hat…
Die Schwimmstile waren beachtlich. Brust, Rücken, gerne auch im Wechsel und bei einigen konnte ich nur den Kopf schütteln. Also ich wäre nicht Letzter, nicht mal Vorletzter geworden.
Der Teich war nicht sehr tief und die letzten 200 Meter wurden gewatet.
Dirk war nach ca. 39 Minuten auf dem Rad. Wegen Schwimmerausfall musste Dirk schwimmen und Rad fahren. Dann war Zeit, viel Zeit. Kafffee getrunken, die ersten Ironmänner angeguckt, Laufstile fachgerecht, mit der Arroganz des Laufspezialisten, kommentiert und über Zuschauer mitten auf der Laufstrecke aufgeregt.
Dann gings in die Wechselzone und Jens im Zustand eines Rennpferds, das nicht weiß wann es los geht. Er hat dann auch gleich mal Witterung von Jan Burzkat aufgenommen. Dann musste Jens ran und Dirk hatte es in 2:33 geschafft. Jens musste dann 4 Runden laufen, wobei mich die Strecke stark an die des Chemnitz Marathons erinnerte. Die Übersicht hatten wir längst verloren. Klar war nur, dass es bestenfalls um eine Top 10 Platzierung gehen kann. Jens lief sein Ding.
Die ersten beiden Mittel Finisher waren nicht Staffel Teilnehmer, sondern Einzelstarter!!!
Ergebnisse liegen noch nicht vor, aber eine Wiederholung nächstes Jahr mit einem dedizierten Schwimmer wurde kurz nach Jens Zieleinlauf festgelegt.
Und ich?
Ich habe jetzt neue Ziele:
– diese Nacht, trotz der Schmerzen, wenigstens ein bisschen schlafen zu können
– körperliche Bestandsaufnahme und gegebenenfalls Instandsetzung
– relativ schnell wieder trainieren (laufen) können
– überprüfen, ob ich jetzt Angst beim Rennrad fahren habe
– analysieren wie das passieren konnte und versuchen für die Zukunft zu verhindern
– neuen Schaltgriff fürs Rennrad besorgen (die gibt es nicht im Laden)
– 1,9 Kilometer im Schlossteich von Moritzburg unter 30 Minuten schwimmen können

4 Gedanken zu „>Flieger grüß mir die Sonne

  1. Stemi

    >Man kann also als Zuschauer mehr körperlichen Schaden nehmen, als wenn man am Wettkampf teilnehmen würde.
    Und ich hatte doch wirklich kurz darüber nachgedacht, als Schwimmer einzuspringen – Karpfenteich, au weia.

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