Archiv für den Tag: 8. August 2009

>Sommerabendlauf 2009

>Total verkackt. Exakt 4:02 über Zielzeit.

Aber der Reihe nach:
Sommerabendlauf klingt ja harmlos. Viele Nichtläufer lassen sich dennoch zu einem Sommerabendlauf hinreißen. Deshalb sind die Laufstrecken an Sommerabenden ja auch viel voller als an Wintermorgen.
Der Sommerabendlauf, der hier abgehandelt werden soll, ist ein 20 Kilometer Rennwettstreit am Auensee über 2 Runden.
Start war 18:00 Uhr und es war heiß. Dass den Gesamtsieg Oliver Uhlig und Jens Borrmann unter sich ausmachen war schnell ausgemacht.
Der Start eigentlich wie immer, wenn von der August-Bebel-Kampfbahn gestartet wird. Am Anfang eine große Traube aus der dann auf den ersten 2 Kilometern eine Schlange mit kleinen Gruppen wird, die sich dann wiederum weiter ausdünnen. Nach der Verschlankung waren vorne Oliver, Jens und die beiden Jörgs, danach Pierre ganz alleine (wobei ich nicht glaube, dass das irgendwie als ausländerfeindlich eingestuft werden sollte) und danach Jens-Olaf, Karsten und ich. So liefen wir also und weil selbst Karsten für seine Verhältnisse sehr gleichmäßig lief konnten wir zusammenbleiben. Nun war es nicht so, dass ich unbedingt Gesellschaft haben musste, ich hätte auch nichts dagegen gehabt bei Pierre mitzulaufen, aber ich konnte einfach nicht schneller. Dabei waren die Beine locker und die Luft auch ausreichend. Irgendwo war da so was wie ein Gummiband, dass mich nicht los schießen ließ. Und so liefen wir und liefen und waren dann das vorletzte Mal im Zielbereich, kurz nach dem Durchlauf verkündete Bernd, dass nun 38 Minuten um seien. Da hatten wir die 10 km Marke vielleicht 100 Meter hinter uns. Nicht gut!!! Und es ging weiter wie bisher. Dann waren wir wieder an der Brücke und auf unserer Seite ein Radfahrer der sein Gefährt schob und auf der anderen Seite die entgegenkommenden Läufer. Jens-Olaf und ich konnten passieren, aber Karsten musste warten.
Klar, das Hindernis war auf unserer Seite. Aber ich- als langsamerer Läufer hätte den schnelleren Läufer passieren lassen. Und ich bin überzeugt, dass fast jeder so gehandelt hätte, aber eben nur fast. Wobei ich vorher wusste, dass der nicht warten würde.
Nomen est Omen! Auch wenn unvollständig und nur phonetisch identisch. Platz da, hier komme ich!!!
Also haben wir auf Karsten gewartet, der darüber aber gar nicht so glücklich schien. Und weiter ging’s. Kurze Zeit später verloren wir dann Karsten endgültig und nach der 2, Wasserstelle am Auensee (Danke LCA!!!) war ich dann alleine. Ich war aber nicht schneller geworden. Also musste ich die letzen reichlichen 5 Kilometer irgendwie einsam hinter mich bringen. Ich nutzte die Zeit, nachdem mir Kerstin mitgeteilt hatte, dass nach hinten viel Platz sei, einige Schachpartien von Bobby Fischer im Kopf nachzuspielen, ein Konzept für die SPD zu entwickeln, dass dieser die absolute Mehrheit bei der Wahl sichern würde (schicke ich aber nicht ab, weil der Kanzlerkandidat einen Namen hat, der- phonetisch- Unbehagen bei mir auslöst), eine Primzahl zu errechnen die mehr als 10 Mio. Stellen hat und mir Lady Gaga nackt vorzustellen.
Dann im Ziel bei 1:17:22.
Ausreden gäbe es jetzt genug. Als erstes bietet sich ja die Hitze an. Aber Hitze ist für einen so heißen Typ wie mich eher ein Vorteil, weil ja weniger Wärmeaustausch stattfinden muss. Und wenn mich die Hitze 4 Minuten gekostet hätte, dann müsste sie das auch bei den 5 vor mir Platzierten gemacht haben. Ich- persönlich- traue das ihnen aber- bei allem Respekt- nicht zu.
Was gefehlt hat waren Tempo und Tempohärte. Und wo holt man sich die?
In Wettkämpfen!!!
Auf in den Kampf Picadores…