>Ultra Sports

>Marathon laufen ist bescheuert, Ultra (per Definition alles was länger als Marathon ist) laufen ist total bescheuert und mit einer (wenn auch nur leichten) Erkältung bei einem Ultra starten zu wollen ist wahrscheinlich pathologisch, klinisch.

Folgerichtig habe ich mich gestern für die 50 km innerhalb des Leipziger 100 km Lauf angemeldet. Ronald wollte ja ohnehin starten, Dirk fand es eine gute Idee seinen langen Lauf da hin zu verlegen und schließlich war es mir noch gelungen Jens zu überreden.
Verabredet war ein lockerer Trainingslauf mit der Option sofort aufzuhören, wenn es weh tut.
Früh um 4:00 Uhr aufgestanden, gefrühstückt, den Rucksack gepackt und im Korridor bereit gestellt, angezogen, Stuhlgang usw. und 05:00 Uhr vors Haus gegangen, wo mich Ronald dann mit seinem KFZ aufgegabelt hat.
Um 05:30 waren wir am Auensee, Rucksack aus dem Auto geholt und festgestellt, dass ich den falschen Rucksack angesackt hatte. Schuhe hatte ich die richtigen an und die Laufsachen drunter. Gels hatte Ronald noch eine große Auswahl und da er kein squeezy hatte entschied ich mich für Powergel Vanille. Blieb bloß noch das Problem mit der Startnummer zu klären.
Also zur Anmeldung, dort Bedauern und die Aussage: „Keine Chance!“
Also musste ich Lothar, der als Wettkampfleiter sicherlich andere Sachen zu tun hatte, belästigen und er ist mit mir wieder zur Anmeldung gegangen, hat sich eine nicht abgeholte Startnummer geben lassen und für die Umschreibung gesorgt. Danke Lothar!
Implizit war natürlich damit auch ein gewisser Druck aufgebaut worden durchzulaufen.
Wir hatten uns relativ weit hinten im Starterfeld eingeordnet und sind sehr kontrolliert angelaufen. Aber irgendwie tauchte Dirk nicht auf. Bei Kilometer 3 registrierten Jens und ich Dirk und Ronald hinter uns, nahem ein bisschen raus und ab Kilometer 4 liefen wir dann zusammen, die LG eXa Trainingsgruppe wie Roman beim ersten Durchlauf richtig feststellte. Die Kilometerzeiten pegelten sich so um die 4:15 ein, wir liefen und quatschten, wobei sich Ronald relativ wenig am Gespräch beteiligte. Er nahm dann auch raus und lief sein eigenes Wohlfühltempo weiter. Bei Kilometer 25 verkündete Dirk dann, dass er bei 35 aussteigen wird. Wenn wir also in die Mannschaftswertung kommen wollten müsste ich durchlaufen, noch mehr Druck!
Bei Kilometer 33 ließen dann Dirk und ich Jens ziehen, der etwas schneller geworden war und bei Kilometer 35 ließ Dirk- wie geplant- dann mich ziehen.
Ich konnte das Tempo weiter halten und fühlte mich nicht so schlecht. Super wäre es gewesen, wenn der Lauf nach 40 km, oder spätestens nach dem Marathon vorbei gewesen wäre, war er aber nicht.
Das letzte Gel, kurz vor km 40 konnte ich nur unter Aufbringung aller Willenskraft verzehren, Gehirn siegte über Magen.
Den Marathon in 3:00:05, schade eigentlich. Und dann musste mein Gehirn meinen ganzen Körper zwingen weiter zu laufen. Bei Kilometer 46 stand Dirk, schon sehr gut erholt, und rief mir zu „noch 4 Kilometer die richtig weh tun, aber dann!“. Gut gemeint, half aber nicht. Kurz vor Kilometer 47 längere Pause an der Wasserstelle und dann Körper dicht und durch!
Angekommen bin ich schließlich in 3:37:4, die 10 Kilometersplits sprechen für sich:
– 43:23
– 42:12
– 42:01
– 42:38
– 47:34
Jens ist 5. geworden, Ronald 7. und ich 6. Damit haben wir ziemlich deutlich die Mannschaftswertung gewonnen.
Die Veranstaltung war perfekt organisiert, nur die Strecke war etwas zu weit.
Die medizinische Abteilung hatte sogar was für meinen Hals dabei.
Wie ich mich kenne war das nicht das letzte Mal, dass ich im August morgens 06:00 Uhr auf der August-Bebel-Kampfbahn an der Startlinie stehe.

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