Archiv für den Monat: Februar 2010

>Calidris maritima

>Altura, Algarve, Portugal.
Eigentlich um diese Zeit ein 70+ Treff. Aber meine Reisepläne hatten sich wohl rumgesprochen und so konnte ich beim Frühstück immer die Geher, die auf der Prachtallee hin und wieder her gingen beobachten. Nun weiß ich ja, dass Gehen olympisch ist und der Weltrekord bei 1:17:16 liegt. Aber einerseits bin ich (Gott sei Dank!) ein ganzes Stück schneller wenn ich renne und andererseits sieht es so richtig Scheiße aus. So laufe ich höchstens durch die Gegend, wenn ich mal wieder in Köln bin.
Also habe ich die sehnsüchtigen fragenden Blicke der Geher mit Nichtachtung gestraft.
Dann hatte auch noch das Bardob-Siper Team direkt unter unserem Fenster den Team Bus aufgebaut. Die hofften natürlich noch auf den entscheidenden Tipp für die Volta ao Algarve, die gerade in der Gegend stattfand. Aber da gab es gleich eine Reihe der Gründe der Missachtung:
– die fahren Look (wobei ich meine aus den Augenwinkeln BMC Rahmen gesehen zu haben) und ich stehe momentan ziemlich auf Orbea
– ich wollte nicht, dass sie an Contador weiter tratschen was ich ihnen erzähle
– ich hatte Urlaub
So gelang es mir auch- völlig unbeteiligt wirkend, am Astana Bus vorbei zu schlenkern und so zu tun als würde ich denken, dass der Bus eines Reiseunternehmens wäre.
Urlaub von allem!
Na gut, so ein bisschen gelaufen bin ich nun doch.
Mein erstes Strandtraining hatte ich an der Ostsee barfuß absolviert. Einfach 5 km in eine Richtung gelaufen und dann festgestellt, dass die Haut an den Fußsohlen weg war und ich die 5 km zurück auf dem Fußfleisch laufen musste. Seitdem lief ich am Strand immer mit Schuhen, was natürlich wiederum das Problem hat, dass das stark auf die Knie geht und die Möglichkeit des Fußtrainings auf Strndboden wieder verbaut.
Also hatte ich mir die Vibram Fivefingers Flow Trek besorgt und hoffte auf ein de facto Barfußlaufen.
Weil man ja aus Fehlern lernen sollte bin ich am ersten Tag erstmal bloß 3 km in eine Richtung gelaufen. Die 3 km zurück waren höllisch schwer. Nicht weil die Füße offen waren, nein überhaupt nicht, sondern weil es zurück gegen den Wind ging. Am Meer weht nämlich manchmal ein wind der weder auf- noch ablandig, sondern einfach nur landig ist. Und so sollte es bleiben. Einlaufen mit Rückenwind, Auslaufen mit Gegenwind.
Und direkter als die Vibram können Schuhe eigentlich nicht sein. Das sagten zumindest meine Waden. Also wurden es nicht allzu viele Kilometer, dafür waren aber einige knallharte Meter dabei.
Spaß gemacht hat das Laufen aber endlich wieder und am Ende hatte ich das Gefühl, dass es doch wieder aufwärts gehen könnte mit mir.
Aber heute, zurück im kalten Deutschland, nach einem Lauf bei dem es dann zu schneien angefangen hat, legte sich der Enthusiasmus ganz schnell wieder.
Ich will wieder in kurzen Hosen und Shirt laufen!!! Dafür würde ich sogar auf den Strand verzichten.