Archiv für den Monat: März 2010

>Vizevizezehnkilometerstraßenlaufaltersklassenlandesmeister

>und das kam so:
Der Mazdalauf in Eilenburg ist ja so ein Ding. Wahnsinnig schnell und so ziemlich am Anfang der Saison. Voriges Jahr bin ich da mit 36:08 auf Platz 31 gelandet, das hätte beim 10er im Rahmen des Leipzig Marathons (da hätte man ja auch noch ca. 6 Wochen mehr Vorbereitungszeit gehabt) für Platz 9 gereicht.
Jedes Jahr habe ich das gleiche Problem: ich bin für Eilenburg einfach nicht fit genug! Und dieses Jahr waren auch noch die Landesmeisterschaften eingebettet…
Aber Jens und ich hatten da eine gute Idee, dachten wir. Wir fahren mit dem Rad nach Eilenburg und zurück, nehmen das als Koppeltraining und alle würden denken, dass wir so langsam sind, weil wir ja vorher Rad gefahren sind. Voriges Jahr hat das bei mir sehr gut geklappt.
Also hatte ich am Freitag die Spikes gegen die (Fast-)Slicks getauscht und schon mal die Strecke auf den Edge 705 geladen.
Als ich dann Sonnabend früh meine morgendliche Inkontinenzschlafunterbrechung vornahm traute ich sah ich draußen nur weiß. Gut, erstmal ruhig bleiben, tief durchatmen. Vielleicht ja einfach nur eine Nebenwirkung von irgendwas. Aber die chinesischen Packungsbeilagen kann ich nun mal nicht lesen. also einfach wieder hinlegen und warten was passiert…
Im Laufe des morgens verdichtete sich dann die grausame Wahrheit: es war keine Sinnestäuschung, nein! es hatte tatsächlich geschneit.
Ich rang sehr lange mit mir. Konsequent wäre gewesen trotzdem einfach mit dem Rad zu fahren. Halbkonsequent wäre gewesen nicht zu fahren. Inkonsequent war es dann mit dem Auto zu fahren. Es ist schon erstaunlich mit welcher Konsequnenz man inkonsequent sein kann. Aber Inkonsequenz passt ja auch sprachlich zur Inkontinenz und ist es im Alter nicht besser lockerer als starrsinniger zu werden?
Der Lauf war dann wie ein Lauf eben so ist. Man steht am Start, erzählt, dass man nicht richtig trainiert hat,  läuft los, kämpft sich an denen vorbei die sich zu weit vorne eingereiht haben, findet ein Zweckbündnis auf Zeit, überholt, wird überholt, fragt sich warum man den Scheiß eigentlich macht, kommt ins Ziel und erzählt, dass man nicht richtig trainiert hat.
Platzierungsmäßig war mir klar, dass mindestens ich hinter Jürgen Schubart, Thomas König, Horst Ullrich und Peter Müller in der Altersklasse einlaufen würde.
Doch Jürgen war nicht da, Peter überholte ich in der 2. Runde (er hatte mir vorm Start erzählt, dass er nicht richtig trainiert hatte) und Horst überholte mich erst in der fünften von fünf Runden.
So musste ich mich bei den anderen entschuldigen, dass wir noch auf die Siegerehrung warten müssen.
Eigentlich muss man ja immer auf die Siegerehrung warten. Schließlich gehört die zum Wettkampf und auch wenn man nicht platziert ist gehört es sich den anderen Respekt zu zollen. Doch in Eilenburg findet die Siegerehrung immer in einem Zelt statt, das sowieso voll ist und außerdem war es saukalt.
Gut, dass wir gewartet haben!
Mit André hatten wir dann nämlich einen frischgebackenen Landesmeister mit im Auto. Und Handtücher kann man ja nie genug haben.