Archiv für den Monat: Juni 2010

In eigener Sache

Menschen mit Asthma soll es ermöglicht werden ohne Einschränkungen am normalen Leben teilnehmen zu können. Dafür haben wir die Sprays erfunden. Allerdings enthalten diese Sprays (mindestens) kortikoidhaltige Substanzen, die- völlig zu Recht- auf der Dopigliste stehen. Die Schmerzgrenze wird nach oben gesetzt und man ermüdet weniger schnell.
Für mich ist klar, dass man mit Hilfe der Sprays- auch als Astmatiker- normal weiter trainieren darf und sollte. Man ist in Behandlung, medimentakös gut eingestellt, eine Verschlechterung des Asthmas durch Sport ist nicht wahrscheinlich, der Lungenarzt hat das ok gegeben.
Aber was ist mit Wettkämpfen? Ich weiß es nicht!
Im Moment tendiere ich dazu su sagen, dass ein paar wenige Wettkämpfe pro Jahr ok sind, wenn es sich dabei um Wettkämpfe handelt wo man nicht um Platz und Sieg kämpft. Aber auch da bin ich nicht sicher…

>Wer auffährt hat immer Schuld!

>Also, gestern mit dem Rad auf dem Weg vom Red Bull Media House zum Hotel (das ist in Salzburg eine Strecke von ca. 5 km).
Ein Bus hielt an der Haltestelle und blinkte links. Wir wollten passieren, Jens vorne ich dahinter. Als Jens auf Höhe des hintern Blinkers war blinkte der Busfahrer links und Jens ging natürlich gleich voll auf die Bremse. Ich nicht. Ich ging auf Jens und dann auf die Straße, Aufschlag auf dem Ellenbogen.
Jacke kaputt, Uhr zerkratzt, Ellenbogen aufgeschlagen.
Im Hotel dann die Wunde betrachtet und doch so einigermaßen beeindruckt gewesen. Ziemlich tiefer Riss, ca. 3cm lang. Und geblutet hat’s wie Sau.
Nachdem das Klopapier alle war bin ich erstmal an die Rezeption und habe mich verbinden lassen (leider von einem Mann). Er hat mir dringend angeraten zu Notaufnahme zu fahren, da waren es aber nur noch 30 Minuten bis zum Anstoß…
Der Verband heilt weitgehend, gut die Bettwäsche bekommen sie zwar nie wieder sauber, aber das ist ja nicht mein Problem.
Auf Drängen von Jens und aller anderen die’s heute früh gesehen haben bin ich dann doch in die Notaufnahme.
Ab jetzt werde ich immer in Österreich ins Krankenhaus gehen!!!
Wartezeit 10 Minuten, dann bei einer sehr hübschen, sehr netten Ärztin dran gekommen. Die hat gleich alles ihrer Assistentin diktiert, die das gleich in den Computer rein gehackt hat.
Dann auf’s Klo für die Urinprobe, als ich raus kam wurde ich sofort zum Röntgen aufgerufen, dann wieder zurück.
Sie: Wir müssen den Schleimbeutel entfernen, dann wird ein schlauch reingelegt und eine Vakuumpumpe angelegt.
Ich: Das geht nicht, ich muss heute noch zurückfliegen.
Sie: Sie müssen heute nacht unbedingt hier bleiben!
Ich: Das verstehe ich, würde ich auch sehr gerne, geht aber leider nicht.
Sie: Es geht nicht anders, außerdem müssen wir uns unbedingt wieder sehen.
Ich: Da hätte ich nichts dagegen, ich muss aber nach Deutschland.
Sie: *Tränen in den Augen* Na gut, wenn’s aber bei der OP stark blutet, dann müssen Sie hier bleiben.
Ich: OP?
Sie: Ja, bitte gehen Sie nach links zur Wundversorgung.
Mit dem jungen (sehr wahrscheinlich homosexuellen) Chriurgen eine ähnliche Diskussion. Zur Entscheidung wurde dann schließlich auch der Oberarzt herbeigerufen, der meiner OP auch gleich beiwohnte.
Das Ergebnis ist nun hier zu bewundern:

Das nennt man einen Steifverband und ich hatte dann nach den 30 Minuten Schleimbeutel raus zerren noch 10 Minuten Belehrung über mich ergehen zu lassen.
Jetzt wird mal noch interessant, ob ich damit durch die Sicherheitskontrolle komme…

Mir geht’s aber wirklich gut. Morgen kommt der Verband ab  und dann wars das im wesentlichen.

>Ruhezeit

>Lange war Ruhe in diesem Blog. Der Grund ist ganz einfach. Zur Zeit ist mal wieder eine Zeit in der ich von einer 60 Stunden Arbeitswoche träume und meine Wirbelsäule- meine Achillesferse- fordert erhöhte Aufmerksamkeit ein, die ich ihm nicht ausreichend schenke.
Eigentlich ist die Beziehung zwischen meiner Wirbelsäule und mir schon längst am Ende. Sie mag mich nicht, ich mag sie nicht, aber wir sind so miteinander verwachsen, dass eine Trennung einfach nicht möglich ist. Außerdem word sich sicherlich keine andere Wirbelsäule finden die mit mir leben will.
Mehrfach waren wir in letzter Zeit zur Paarberatung. Da wurde die Beziehung zwar jedesmal wieder eingerenkt doch hielt die Harmonie immer nur sehr kurze Zeit an.
Ich habe begriffen, dass wir langfristig und prinzipiell an unserer Beziehung arbeiten müssen. Und das jeden Tag. Ich hoffe, dass wir dann in ca. in einem Jahr wieder wie erwachsene Menschen miteinander umgehen können.
Das Training habe ich schon mal drastisch reduziert. Schwimmen mag meine Beste am wenigstens, also wird nicht mehr schwimmen gegangen. Ein bis zweimal pro Woche so ca, 1 Stunde laufen verzeiht sie mir gerade mal noch so. Mit Radfahren kommt sie klar. Nun ist es ja aber so, dass Radfahren die meiste Zeit in Ansprich nimmt und ich nur am Wochenende zu Hause bin und da nun nicht die ganze Zeit unterwegs sein will. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich bin Gesundheitssportler geworden und kann damit sehr gut leben.
Zum Glück ist mein Kopf (bei vielen anderen die Achillesferse) voll auf meiner Seite. Natürlich haben wir den Leistungsansprch noch nicht völlig abgelegt, wir sind da aber auf einem guten Weg.
Bloß dieses Wochenende müssen wir noch mal alle zusammen funktionieren. Da ist nämlich mein sportlicher Jahreshöhepunkt: Halbdistanzstaffel beim ITT Ferropolis- ich laufe.
So ein Halbmarathon müsste gehen und es soll heiß werden, gut für mich.
Übernächste Woche will ich dann die Halbdistanz in Moritzburg komplett alleine absolvieren. Dann aber mit geringem Leistungsanspruch. Ankommen wäre ein Erfolg, alles unter 5:30 optimal.
Bestzeiten, Platzierungen- scheißegal! Schmerz fressen Ehrgeiz auf.
Ich bin jetzt Gesundheitssportler.