In Halle geerdet

So ganz langsam muss ich ja mal anfangen mich so ein bisschen auf den Frankfurt Marathon vorzubereiten.
Da ist eine Standortbestimmung sicherlich ein sehr guter Ausgangspunkt.
Und da der Mitteldeutsche Marathon in Halle (Saale) ja ein Asics Frontrunner Event ist, logistisch günstig liegt, von der Zeit her passt und man zurück mit dem Rad fahren kann, hatte ich mich entschlossen den Halbmarathon unter die Füße zu nehmen.

Jens fand das auch.

Also sind wir früh entspannt mit der S-Bahn nach Halle gefahren, bis die Durchsage kam, dass wir nicht weiter fahren könnten weil auf der Strecke (mal wieder) Kabel geklaut worden waren. Irre, diese Buntmetall Mafia. Ich bin zwar militanter Pazifist, aber gegen diese asozialen Idioten muss ein Konzept erstellt werden. Sicherlich ist es nicht schön, wenn man in Berlin sein Auto brennen sieht. Aber diese Buntmetalldiebe nehmen Störungen im Schienenverkehr in Kauf um sich selbst zu bereichern. Das hat zumindest moralisch eine wesentlich üblere Qualität.

Aber es ging dann doch weiter und wir kamen eigentlich noch mit ausreichend Puffer an, zumal Michaela und Jens schon meine Startnummer und die Werbeflyer (Shirt gab’s für uns nicht) abgeholt hatten.
Doch bei mir war schon klar – das wird kein Superwettkampf. Beim Einlaufen haben wir dann auch noch Nancy getroffen – also eigentlich relativ hochqualitative LG eXa Besetzung – der Namen nach.

Ich hatte mir einen 4er Schnitt vorgenommen und dementsprechend nach dem Start eingeordnet. Doch irgendwie war unklar was da abging. Der erste Kilometer in 3:34 und der zweite in 3:42. Eigentlich nicht so das Problem, wenn die Form halbwegs stimmt. Tat sie aber nicht. Also habe ich raus genommen und mich auf den avisierten 4er Schnitt eingepegelt. Nun war es aber so, dass man nach zwei Kilometern auf der Hochstraße ist und wenn man Tempo nachlässt verliert man ja automatisch seine Gruppe. Bei einer Reduzierung um fast 20 Sekunden findet man auch nicht gleich eine neue Gruppe, sondern wird nach hinten durchgereicht. Das ist nicht wirklich schön, aber es war ja schließlich nur ein Trainingslauf – was soll’s?!

Aber wenn einem egal ist, dass man nach hinten durchgereicht wird ist die Gefahr sehr hoch, dass einem dann auch das Tempo und schließlich alles andere auch egal wird. So war’s nicht, aber ich hatte nicht so richtig Lust, keinen Abdruck, keinen Rhythmus, kein Tempogefühl – nichts.
Das Tempo wurde langsamer und langsamer, ich fand nach wie vor keine Gruppe und es wurde immer klarer, dass 4er Schnitt zur Zeit doch nicht immer geht.
Dann nahm ich mir – es muss so bei Kilometer 12 gewesen sein – doch zwei Sportsfreunde vor, die ungefähr drei- bis vierhundert Meter vor mir waren. ich kontrollierte den Abstand und kam deutlich näher und schließlich – kurz vorm Anstieg zur Burg hatte ich sie.
Das wars dann auch schon wieder mit der Motivation. Der Burganstieg ist schon heftig – keine Frage, aber so heftig wie er sich angefühlt hat nun auch wieder nicht.

Also hieß es letzen Endes wieder mal – offensichtlich DAS THEMA dieser Wettkampfsaison – einfach nur ankommen. Und das bin ich dann schließlich auch. Auf den letzten zwei Kilometern hätte ich sicherlich noch zwei bis drei Plätze gut machen können – aber wofür?
Im Ziel war ich schließlich mit 1:27:55 (Platz 41, 8. M45), was – glaube ich – mein schlechtester Halbmarathon (außer denen die ich in einem Triathlon gelaufen bin) aller Zeiten ist.
Von nichts kommt eben nichts und ich habe keine andere Chance als mein mangelndes Talent durch mehr Training zu kompensieren. Zumindest weiß ich jetzt wo ich stehe.

Nancy ist übrigens in 1:32 Dritte geworden und Jens in 1:18 Neunter.

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