Asics 33 – die iPads unter den Laufschuhen

Niemand kann jemanden oder etwas objektiv beurteilen. Und wenn man ein Produkt von einem Hersteller testet der einen sponsort darf man das ja auch gar nicht versuchen – zumindest nicht öffentlich. Man ist zur Lobhudelei verdammt.
Also ist es ja eigentlich ziemlich sinnfrei, dass ich hier einen Testbericht über die Asics 33 schreibe. Mache ich aber trotzdem.

Die Asics 33 sind eine neue Produktreihe von Asics, die unter dem Motto „natural running“ platziert werden. Da fühlt sich der Laie sofort als Experte und in letzter zeit musste ich mir – gewissermaßen als Asics Repräsentant – anhören, dass Asics jetzt auch mit auf den Zug des Barfusslaufens aufspringt, der Schuh wie der Nike Free aussieht, das jetzt viel zu spät kommt usw.
Das ist die erste Gemeinsamkeit mit dem iPad die mir aufgefallen ist. Da haben seinerzeit auch alle gewusst, dass Apple da einen Ladenhüter rausbringt.

In den USA gibt es den 33 zur Zeit als Blur und Rush, in Deutschland wird beim ausgesuchten Fachhandel (in unserer Nähe ist das Cierpinski Sport in Halle) der Excel ab Anfang November verfügbar sein.
Der Rush ist ein Schuh den ich so kurz vorm Frankfurt Marathon nicht wirklich richtig testen kann. Ein kurzes Antesten deutete aber sehr deutlich an, dass er wohl nächstes Jahr zum Mazdalauf meine Füße umschließen wird.

Montag ist Doppellaufeinheitentag. Abends geht es dann immer 11 Kilometer nach Hause, eine gute Gelegenheit einen neuen Schuh zu testen. Ich habe mir dafür heute die Blur untergeschnallt, der Blur kommt dem Excel sehr nahe.
So beim Gehen dachte ich erstmal: was’n das, ne Stütze? Von unten drückte leicht was gegen meine Senk-, Knick-, Spreizfüße. Nicht unangenehm, aber spürbar und ungewohnt. Beim Loslaufen hatte ich erstmal mehr mit meinen doch recht schweren Beinen zu tun und musste erstmal sehen überhaupt so halbwegs ins laufen zu kommen. Gespürt habe ich erstmal nur, dass der Schuh sich anders läuft. Dann nach ca. zwei Kilometern hatte sich mein System warm gelaufen und ich konnte auf Details achten.
Dass der Schuh keine Sprengung hat sieht man ja und man spürt es auch. Das ist eine gewisse Umstellung, die aber bei mir sehr rasch ging. Das Gefühl im Schuh war gut und von dem leichten Druck gegen die Plantar-Sehne, den ich beim Gehen noch gespürt hatte, war nichts mehr zu spüren. Der Schuh läuft sich nicht wie ein Barfußschuh, aber auch nicht wie ein klassischer Laufschuh.
Und hier haben wir die nächste Parallele zum iPad. Kein Smartphone, kein Netbook. Der 33 ist kein Barfußschuh und eben auch kein klassischer Laufschuh. Allerdings kann und sollte man den 33 wie einen klassischen Laufschuh benutzen.

Auf meiner Nachhause-Strecke ist alles dabei. Unebener Fußweg, Asphalt, Schotter, Feldweg. Alles kein Problem. Perfekter Halt, kein Schwimmen, keine durchdrückenden Steine oder ähnliches. Die Sohle – Respekt!
Ich erwische mich manchmal beim Laufen dabei, dass ich die Zehen zusammenkralle – nicht gut (das Krallen, nicht das Erwischen), das ist heute nicht passiert, Also habe ich mal versucht die Zehen zu krallen. Ging nicht! Der Fuß bildet mit dem Schuh so irgendwie eine Einheit aus einem Guss. komisch aber gut.

Und auf dem vorletzten Kilometer musste ich dann doch noch mal testen wie es sich anfühlt wenn man nicht nur joggt, sondern mal mit ein bisschen Druck läuft. Und ich muss sagen, bei einem Tempo von unter 3:45/km legt er sogar noch mal zu.

Es tut mir wirklich leid, aber dieser Schuh ist mit allem was ich bisher gelaufen bin nicht vergleichbar. Wenn Frankfurt nicht schon in knapp zwei Wochen wäre würde ich wahrscheinlich dort mit einem 33 laufen. Ohne mindestens zwei lange Läufe mit den Teilen gemacht zu haben, bekomme ich das vom Kopf her nicht hin.

Und nur der Vollständigkeit halber: ich habe sie alle gehabt (Nike Free, Newton, Fivefingers und so ziemlich alles was es an „normalen“ Laufschuhen gibt), aber der 33 ist anders, eben das iPad unter den Laufschuhen.

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