Objektive Leistungseinschätzung – Olympianormerei

So ganz kurz vor dem Frankfurt Marathon ist hier eigentlich eine Ausredenblogeintrag fällig. Also gut, ich mach’s kurz. Nur 6 Wochen Vorbereitung, seit Dienstag kämpfe ich mit einer Erkältung, seit Donnerstag mit einer verzerrten linken Wade (Krampf beim Schwimmtraining) und dann noch das übliche.

Trotzdem werde ich versuchen mein bestes für das Team Leipzig Marathon zu geben.Wir wollen nämlich in der 10er Wertung ganz vorne mitspielen.

Bei den Medienterminen im Vorfeld ist es mir bisher immer schwer gefallen die Leistungen der deutschen Leistungs- und Freizeitsportler zu vermitteln. Niemand, der nicht schon mal Marathon gelaufen ist, kann die individuelle Leistung wirklich einschätzen. Und so hatte ich auf die Frage „Wie ist denn eigentlich der Marathonweltrekord?“ nie eine wirklich adäquate Antwort parat (natürlich weiß ich, dass der bei 2:03:38 liegt – noch? – und kann das jederzeit wie aus der Pistole geschossen sagen).

Und da hatte ich mal so eine Idee. Setzen wir doch mal den Marathonweltrekord ins Verhältnis zu etwas leicht nachvollziehbaren und da bin ich auf Weitsprung gekommen (Weltrekord 8,95).

Daraus ergibt sich nun folgendes Bild:

02:03:38 895 Weltrekord
02:12:00 838 Olympianorm Marathon, Männer
02:15:00 820 Olympianorm Weitsprung, Männer
02:30:00 738 Olympianorm Marathon, Frauen
02:35:00 714
02:40:00 692
02:44:00 675 Olympianorm Weitsprung, Frauen
02:50:00 651
03:00:00 615
03:15:00 567
03:30:00 527
03:45:00 492
04:00:00 461
04:30:00 410
04:45:00 388
05:00:00 369

 

Ich habe – der Einfachheit halber – mal für beides als Grundlage die Männer Weltrekorde genommen und nicht noch nach Frauen aufgeschlüsselt (es ist ja auch nicht so sicher welcher Frauen Weltrekord gerade gültig ist). Ich hoffe mal, dass ich keinen Berechnugsfehler gemacht habe, aber das Ergebnis erscheint mir plausibel.

 

Zwei Dinge lerne ich daraus:

  1. Ich kann ganz schön weite Sprünge machen (hubben, wie man bei uns sagt).
  2. Der DLV spinnt.

 

 

 

 

 

 

 

4 Gedanken zu „Objektive Leistungseinschätzung – Olympianormerei

  1. Oint

    Mein alter Mathelehrer pflegte zu sagen: “ Dieser Logik folgt nicht mal ’ne Katze!“

    Die Orientierung am Weltrekord kann nicht Maßstab für die Norm sein. Mit einer 2:12h lande ich in der Weltjahresbestenliste auf Platz 300. Mit der Olympianorm im Weitsprung von 8,20m unter den besten 40. Und da ich nicht Verfechter der Ideale Coubertins bin, sondern nur den Besten die Teilnahme an Olympischen Spielen ermöglicht werden sollte, finde ich die Norm alles andere als zu hoch.

    Was lerne ich daraus:
    1. Ich kann ziemlich schnell Marathon laufen.
    2. Die DLV-Athleten sind zu langsam.

    Antworten
    1. cp Artikelautor

      wenn ich – gewissermaßen als Katze – Deiner Logik folgen soll dann würde mir noch die absolute Zahl der Marathonläufer und Weitspringer (meinetwegen auch nur der Profis fehlen).
      Und es gäbe ja dann Olympia völlig ohne Exoten, ich fände das genauso schade wie die vertane Chance in Deutschland etwas in den Neuaufbau zu investieren, in dem man einfach nur die IAAF Normen nimmt.

      Antworten
      1. Oint

        Stimmt, sonst würden im Marathon ja nur Keniaten und Äthiopier bzw. eingebürgerte Keniaten und Äthopier aus den VAE oder Kuweit starten. Das kann es auch nicht sein.

        Wobei ich nachwievor nicht verstehe, wieso die deutschen Spitzenläufer trotz verbesserter Trainingsmethodik, Leistungsdiagnostik, medizinischer Versorgung (Prophylaxe und Therapie), Ernährung bzw. Trainingsbedingungen (z. B. Höhentraining) nicht an die bereits vor 35 Jahren erzielten Leistungen rankommen.

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  2. cp Artikelautor

    ja, das ist eine andere Geschichte und auf keinem Fall einfach zu erklären (und schon gar nicht mit dem oft verwendeten Dopingargument).
    Ich vermute einen Fehler im System der schon beim Sportunterricht anfängt, über die Leistungssichtung, den Mangel an Trainingszentren bis zum sozialen Umfeld geht. Wenn ein Sportler sich nicht ausschließlich auf seinen Sport konzentrieren kann, dann kann’s nichts werden.
    Und ob die Trainingsmethodik besser ist oder nicht – da habe ich meine Zweifel. Sicherlich effizienter, aber vielleicht sind 300 Wochenkilometer über einen längeren Zeitraum eben doch nötig wenn man unter 2:12 laufen will.

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