Asics Frontrunner

Mehr als zwei Jahre bin ich nun schon Asics Frontrunner. Zwei Jahre in denen ich immer wieder verletzt war, extremen beruflichen Stress hatte und deshalb bei weitem nicht abliefern konnte wie ich abliefern wollte. Wenigstens den Frankfurt Marathon wollte ich nun einigermaßen vernünftig absolvieren, aber ein plötzlicher stechender Schmerz hinten im Oberschenkel am Donnerstag stellt das nun auch wieder in Frage.
Bei der Gelegenheit habe ich mir mal Gedanken darüber gemacht was es für mich so wichtig macht Asics Frontrunner zu sein. Es sind auf keinen Fall die Schuhe und Sachen die wir geschickt bekommen. Mir macht kaufen Spaß und ich kann es mir (das soll jetzt nicht großkotzig klingen, auch wenn es sich wahrscheinlich nicht verhindern lässt) auch leisten. Wer mich gut bis besser kennt weiß, dass ich das Gegenteil von einem Sparfuchs bin ohne (hoffentlich) verschwenderisch zu sein. Ich muss mich allerdings mehr zügeln Geld auszugeben als Geld zu sparen. Ich will eigentlich nichts geschenkt bekommen und so ein paar Schuhe zu kaufen hat mich immer mit einem Glücksgefühl erfüllt.
Das also ist es nicht. Ist es Eitelkeit?
Es ist schon etwas sehr besonderes einen Sponsor zu haben. Und ich werde hin und wieder gefragt warum ich Frontrunner bin und xy, der ja schneller ist und dort und dort gewonnen hat nicht. Das schmeichelt einem schon. Meine Standardantwort ist, dass xy nun mal einfach nicht so geil aussieht wie ich.
Ich weiß ja nun nicht genau was Asics für Auswahlkriterien hat, aber ich bilde mir ein nicht allzu langsam zu sein, eine gewisse öffentliche Wahrnehmung auszustrahlen und ich stehe zur Marke.
Als Jens und ich damals die ersten Wettkämpfe angegangen sind und uns überlegt haben was wohl die angemessene Kleidung sei war uns klar, das muss unbedingt Asics sein. Leider gab es im örtlichen Sporthandel nur Hosen (ich trage meine noch heute sehr gerne).
Ganz ehrlich, für mich ist und war Asics immer die Topmarke im Laufsport.
Hinzu kommt, dass man als Frontrunner Mitglied einer deutschlandweiten Gemeinschaft ist die ständig virtuell miteinander kommuniziert und miteinander fiebert.
Das motiviert mich. Ich weiß, dass ich (wahrscheinlich) meine besten Zeiten hinter mir habe und Altersklassensiege bei regionalen Laufveranstaltungen nehme ich zwar sehr gerne mit, sind aber nicht wirklich eine große Herausforderung (klingt auch wieder arrogant, ist aber niemals so gemeint).
So war es für mich z.B. sehr wichtig beim Mitteldeutschen Marathon, wo ich über 10 Kilometer angetreten bin, etwas zurück zu geben. Deshalb bin ich trotz Zerrung oder Faserriss (wer weiß das schon?), wider aller Vernunft, die 3,5 km bis zum Ziel mehr gehumpelt als gelaufen.Schließlich bin ja als Asics Frontrunner angetreten, das ist Verpflichtung.  Mit 37:49 habe ich dann auch die Altersklasse gewonnen (s.o.). Und ich habe endlich mal wieder ein paar Frontrunner im wirklichen Leben getroffen.
Deshalb habe ich ich auch zum Frankfurt Marathon angemeldet wo am Vorabend das große Frontrunner Treffen stattfindet, obwohl ich alles andere als in „Marathonform“ bin.
Und deshalb kotzt es mich extrem an, dass ich seit Donnerstag wieder zum Nichttraining verdammt bin und warten muss bis der Muskel wieder belastbar ist.
Und letztlich werde ich deshalb weiter alles tun um beim Frankfurt Marathon starten zu können, selbst wenn schon von vornherein nicht mehr als eine Zeit um drei Stunden möglich sein sollte.
Sich Asics Frontrunner nennen zu dürfen ist für mich eine sehr große Verpflichtung und es ärgert mich sehr, dass ich dieser nicht in dem Maß nachkommen kann wie ich es will.
So ist es wohl in erster Linie der Stolz dazu zu gehören, der mich so stolz macht Frontrunner zu sein.

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