Doppel-Exposition

Dahin gehen wo es weh tut! Das ist die einfache Formel für Endorphin-Kicks. Auch auf dem yogischen Weg braucht man das ab und zu. Man kann sich nicht selbst finden wenn man ständig in seiner Komfortzone rumchillt.
Ich bin ja sowieso der Meinung, dass die massierte Konfrontationstherapie viel mehr eingesetzt werden sollte. Und auch deshalb habe ich das gestern einfach mal gemacht.
Ich gehe lieber auf Beerdigungen als auf Hochzeitsfeiern. Nicht, dass ich gerne auf Beerdigungen ginge, aber es gibt für mich keine schlimmeren Feiern als Hochzeiten. Das hat einerseits historische Gründe, andererseits ist es aber auch so, dass Hochzeiten- zumindest die auf denen ich bisher war- steifer als Beerdigungen ablaufen.
Und dann auch noch die Rituale…
Aber was soll man machen, wenn zwei Menschen die man mag sich versprechen wollen für immer zusammen zu bleiben und Wert drauf legen, dass man da ist? Man geht hin!
Und ich habe es nicht nur nicht bereut sondern ich bin sehr glücklich, dass ich beim JA-Wort dabei war. Und das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass die Standesbeamtin von einer sechsmonatigen Wanderung durch Neuseenland gesprochen hat (für alle Nichtleipziger: so nennt man hier die gefluteten ehemaligen Braunkohle-Tagebaue).
Unterm Strich war das für mich der wichtigste Tag seit langem. Es gibt noch sehr viel dazu zu sagen, aber nicht hier. Das ist dann doch zu persönlich.

Abends dachte ich mir dann, dass ich mich mal mit wieder meinen Versagensängsten konfrontiere.
Während die Asics Frontrunner Trailer versuchen Outrun the Sun zu laufen fand ich, dass der Sonnenwendlauf ja auch irgendwie ein Trail ist und eher meinem Niveau entspricht.
Ein 15 Kilometer Wettkampf hat im Moment für mich schon fast Marathon-Niveau. Der längste Trainingslauf bisher 17 Kilometer, kein Tempolauf, keine Intervalle oder ähnliches. Was ist möglich mit zwei bis drei Mal in der Woche morgens und abends jeweils acht Kilometer joggen? Auf alle Fälle ist das keine Grundlage mal einfach so an der Startlinie zu einem 15 Kilometer Lauf zu stehen und dann auch noch drei Mal den Rosenthalhügel hoch und runter zu müssen.
Also, genau mein Ding!
Der Lauf war eigentlich unspektakulär. Ich habe relativ schnell mein Tempo gefunden, bin das relativ konstant durchgelaufen (Rundenzeiten: 20:18, 20:30, 21:19) und bin nicht wie vermutet grandios weggeplatzt.
Das Ergebnis kann man maximal als solide bezeichnen (16. Gesamt, 2. AK, 1:02:07). Das kann nicht der Maßstab sein, von nüscht kommt aber auch nüscht. Und damit kommen wir zum wichtigen Ergebnis: Keine Ausfälle danach (nur schwere Beine heute), ich konnte unmittelbar nach dem Wettkampf den Kopf schütteln. Zeit für den Beginn der Trainingsvorbereitungsphase.

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