LSD-Trip

LSD Trip

Noch 12 Wochen bis zum Frankfurt Marathon. Der Trainingszustand ist nicht ganz so schlecht wie der vom letzen Jahr aber eigentlich weit davon entfernt als Trainingszustand bezeichnet werden zu dürfen. Und das Gewicht liegt nach dem trainingslosen Schlemmerurlaub, bei 3kg über normal. Also wieder mal, aber eigentlich wie immer, schlechte Voraussetzungen.
Auf der Habenseite stehen schon zwei lange Läufe heuer (der Team Marathon in Brandenburg im März und er Wings for Life Run im Mai – ich muss mal noch in die Rules aufnehmen, dass lange Läufe bei 28 km anfangen).
Voriges Jahr war das Ziel in Frankfurt anzukommen, was mir auch mit Blut, Schweiß und Tränen gelungen ist. Doch dieses Jahr soll es zumindest mal wieder eine Zeit deutlich unter drei Stunden werden. Wie bekomme ich das hin?
Ich sehe da nur eine Lösung : LSD
Ja, ich habe sie gelesen diese Ready to Run und The Unbreakable Runner Bücher. Ja, ich habe mir diese Freeletics Übungen angeschaut und ausprobiert. Und ich habe nachgedacht und hin und her überlegt. Solle es tatsächlich möglich sein mit weniger Aufwand mehr zu erreichen? 
Mein Bruder (Arzt von Beruf) hat mir mal in einer Diskussion über Ernährungsg gesagt, dass nirgendwo so viel gelogen werden würde wie in der medizinischen Fachliteratur. Ich fürchte, dass er unrecht hat und dass in der Trainingsliteratur genau so viel gelogen wird. Das Training von Freizeitsportlern in der westlichen Welt ist ein riesiger Markt geworden und wo Märkte sind muss der Anstand schweigen.
Schon als ich die Bilder von Kelly Starrett in Ready to Run gesehen habe hatte ich meine Zweifel es da mit einem Läufer zu tun zu haben der rechtmäßig in die vorderen Startreihen gehört. Aber man sollte sich ja nie von Äußerlichkeiten leiten lassen und Jürgen Zäck z.B. war ja auch alles andere als eine Gazelle und trotzdem endschnell.
Also habe ich mal nach Zeiten von Kelly Starrett recherchiert und wirklich nicht allzuviel gefunden. Aber ein Ergebnis gibt’s doch:
Beim Quad Dipsea Ultra 2009 ist er 8:29 gelaufen. Das sagt ja erstmal nichts weiter aus. Die Strecke hilft auch nicht viel weiter (28,4 Meilen, also weniger als 50 Kilometer), weil man ja die Bedingungen nicht kennt. Also ein Vergleich mit den anderen Teilnehmern musste ran. Der Erste hat in 4:01 
gefinisht, der Zehnte in 4:49 und Mr. Starrett ist 210. von 213 Startern geworden. Sorry, aber dafür brauche ich überhaupt keinen Trainingsplan. Und wie sieht’s mit Brian MacKenzie aus? Besser, deutlich besser. Er hat einige Platzierungen um die Top 10 (wenn auch in sehr überschaubaren Starterfeldern), aber auf 50k über eine Stunde Rückstand auf den Sieger wäre nicht ein Ziel das mich zum Trainieren motivieren könnte.
Also habe ich mal meine Hypothese einfach verfestigt, dass ohne entsprechendes Fettstoffwechsel Training nüscht wird, was mich zu der conclusio 
führt:
Kilometer sind durch nichts zu ersetzen.
Sicherlich: Rumpfstabilität ist wichtig (da muss man keine push und pull ups machen, Liegestütze und Klimmzüge tuen es auch). Und es kann nicht schaden die eine oder andere Übung in den Lauf einzubauen (dafür gibt es ja das Lauf-ABC), aber mein Ansatz für Frankfurt wird LSD (Long Slow Distance) sein. Ziel ist es in den verbleibend 12 Wochen über 1.000 Kilometer zusammenzustoppeln. Zum Asis Frontrunner Treffen konnte ich feststellen, dass 10x 400 in 80 Sekunden kein Problem sind. Das ist schnell genug um den Marathon mit 4:00 min/km anzugehen. Intervalle muss ich also nicht trainieren. Drei Tempoläufe in Form von Wettkämpfen werde ich mir antun und ansonsten immer in irgendwas zwischen 4:30 und 5:00min/km durch die Gegend traben.
Um mal wieder einen Spruch von Manfred Wolke abzuwandeln: Training ist keine Wissenschaft- Disziplin und Schweiß- das ist alles.
Es werde Schweiß!

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