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Vorbereitung Frankfurt Marathon 2015 – Woche 2 und 3

Ein Wort zum Thema Doping.
Entschuldigung dafür!
Dieser Text ist größtenteils vor dem Arne Gabius Interview, für das ich dankbar bin, entstanden. Was jetzt am Ende hier steht ist bloß ein Fragment, bedürfte noch reichlich an Überarbeitung und Verfeinerung, aber irgendwann muss Schluss sein. Und bei dem Thema lieber früher als später.
Mir geht dieses Thema derartig auf den Sack, dass ich mich einfach mal öffentlich auskotzen will, egal ob’s jemand liest oder nicht.

Wäre ich ein paar (na ja, ehrlicherweise viele) Jahre jünger und Profisportler dann hätte ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit alles versucht um immer besser zu werden. Ich wäre vermutlich davon ausgegangen, dass sowieso alle dopen und hätte dann vielleicht dementsprechend auch gedopt.
Respekt vor jedem der von sich ganz klar sagen kann, dass er der Versuchung jederzeit und immer und überall widerstanden hätte.
Zum Glück ist mein Leistungsvermögen in einem Bereich in dem sogar ein Höhentrainingslager (ist ja erlaubt und deshalb per Definition kein Doping) lächerlich wäre.
Aber alles was nicht verboten ist ist ja eben erlaubt. Und so geht eben auch kein Aufschrei durch die Läuferszene wenn in der aktuellen Ausgabe der Runners World eine Liste veröffentlicht wird in der empfohlen wird wann welches Schmerzmittel genommen werden sollte, um so schnell wie möglich weiter trainieren zu können (inhaltlich ist die Liste im übrigen auch hanebüchen, das aber nur am Rande). Dagegen halte ich mal das Deutsche Ärzteblatt.
Für mich die klare Konsequenz: Wenn ich Schmerzmittel nehmen muss bin ich krank. Wenn ich krank bin kann ich nicht trainieren oder gar an Wettkämpfen teilnehmen. Aber das ist meine Entscheidung und jeder muss diese Entscheidung für sich selbst treffen.
Ich frage mich nicht jedesmal wenn einer eine neue Bestleistung aufstellt, einen Wettkampf gewinnt, oder plötzlich einfach viel schneller ist als vorher oder gar ich, ob das mit rechten Dingen zugegangen ist oder nicht. Genausowenig wie ich jeden erfolgreichen Sportler unter Dopinggeneralverdacht nehme unterstelle ich nicht jedem Journalisten, dass er korrupt wäre. Eine Gruppe von Menschen zu klassifizieren um ihr dann ein bestimmtes Verhalten auf den Leib zu schreiben ist mindestens unhöflich.
Lasst doch die Leistungsportler (dazu zähle ich mich auch) in Ruhe alles machen was sie für nötig erachten um die bestmöglichen Leistungen zu erzielen. Was geht es Euch an?
Schon in der Schule war es mir egal, ob einer beschissen hat oder nicht und dann besser oder schlechter war als ich. Wobei, wäre eigentlich super gewesen. Mit einer zwei nach Hause kommen und auf die übliche Frage wie denn die Arbeit insgesamt ausgefallen wäre zu antworten: “Es gab drei Einsen, aber die haben alle beschissen”.
Und in der Haut eines Nichterwischten möchte ich auch nicht stecken (erst recht nicht allerdings in der Haut eines Erwischten). Immer mit der Angst leben, dass es vielleicht doch noch raus kommt und immer mit der Gewissheit, dass man sich seine Leistungen erschlichen hat. Sie tun mir leid!

Und bei mir?
So ganz ohne erlaubte und verbotenen Hilfsmittel lief Woche zwei der Vorbereitung bis Donnerstag Abend normal, dann war nach vier Kilometern der Ofen aus. Ich war energetisch völlig im Eimer. Nach Auffüllen der Speicher (PowerBar Smoothie und Cola-  für mich grenzwertig, denn normalerweise nehme ich keinerlei Drogen, also auch nicht Koffein zu mir- meine Entscheidung und ich akzeptiere jede individuelle Entscheidung für Drogen) ging es zwanzig Minuten später wieder. Der Freitag war auch zu überstehen, aber am Wochenende war dann fressen statt laufen angesagt. Am Montag war dann der Körper wieder hergestellt, das Morgenläufchen war fast geschafft als dann plötzlich eine hervor stehende Gehwegplatte dazu führte, dass ich vom Laufen auf’s Fliegen umstellen musste. Das muss sehr spektakulär ausgesehen haben, so wie die Leute geschaut haben. Also schnell wieder aufgerappelt und so getan als wäre nichts passiert. Doch nach drei Metern war dann Schluss mit der Show. Zum Glück waren es nur noch 200 Meter bis zur Dusche zu humpeln. Die Bestandsaufnahem zeigte, dass ich mir den rechten Ellenbogen und das linke Knie aufgeschlagen habe. Das Knie zwang mich dann erstmal zur Laufpause (natürlich habe ich keinerlei Schmerzmittel eingenommen, der Schmerz war ja auszuhalten).

Doch am Donnerstag musste ich dann wieder ran. Half alles nichts. Der Stundenpaarlauf stand an und wir hatten ihn in einen RefugeesWelcome-Spendenlauf gewandelt. Mit Thomas hatte ich einen Partner gefunden dem es nicht um Sieg und Platz ging und so konnte ich mir der Option starten aufzuhören wenn es nicht mehr geht. Ging aber. Wir wechselten uns aller 400 Meter ab und Thomas hatte sich bereit erklärt den Startläufer zu machen. Dass er an mich schon überrundet übergab hatte zum Absterben jeglichen ungesunden Ehrgeizes in mir geführt und so konnte ich sehr kontrolliert (1:20 bis 1:28 pro Runde) laufen, der Puls kam dabei auf maximal 169 Schläge (186 max). Vielleicht muss ich dann doch mal ein paar Einheiten mit höherem Tempo einstreuen?!
Das Knie fand den Stundepaarlauf nicht sehr prickelnd und zwang mich dazu den Rest der Woche die Laufschuhe im Schrank zu lassen.
Ich möchte nur einmal im Leben eine Marathonvorbereitung so halbwegs durchziehen können. Nur einmal bitte!!!

 

Wochen 2 und 3 –  Zusammenfassung
Kilometer Woche 2: 86,8
Kilometer Woche 2: 14,8
Kilometer gesamt: 80,6
noch mindestens zu laufende Kilometer: 827,8
Laufeinheiten: 12
Laufeinheiten gesamt: 21
längster Lauf der Wochen: 13,65 km
längster Lauf gesamt: 15,75 km
Gewicht: 64,5 kg (+0,4 kg – falsche Richtung!)
Gewicht Veränderung gesamt: -0,5 kg
BMI: 19,9 (+0,1)
BMI Veränderung gesamt: -0,2
Ruhepuls: 42 (-12, na- geht doch)
VO2max: 63 (+2)

 

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